Studie: Volumengrenzen bei mobilen Datenflats stehen vor dem Aus

  • 25112013
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    © telekom.com

    Das Beratungsunternehmen Deloitte erwartet für die nächsten Jahre einen drastischen Wechsel am deutschen Mobilfunkmarkt. Laut einer aktuellen Studie wird die mobile Datennutzung rasant an Bedeutung gewinnen und die Netzbetreiber zur Umgestaltung der aktuellen Smartphone-Tarife zwingen. Die heute üblichen Schein-Flatrates mit begrenztem Datenvolumen werden dadurch in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören, so die Branchenexperten.

    Diese Entwicklung soll durch das geänderte Nutzungsverhalten der Mobilfunkkunden unvermeidlich sein. Während in der Vergangenheit Telefonie und Kurznachrichten die Haupteinnahmequelle der Provider waren, sollen in den kommenden Jahren Datendienste diese Stellung einnehmen. Deloitte geht davon aus, dass im Jahr 2017 bereits 70 Prozent der Umsätze in diesem Bereich erwirtschaftet werden. Bisherige Tarifmodelle, die gewissermaßen nach dem "One size fits all"-Prinzip entwickelt wurden, sollen dann weder für Kunden noch für die Netzbetreiber ideal sein.

    Größtes Problem aktueller Mobilfunktarife ist nach Ansicht von Deloitte deren Intransparenz. Viele Kunden seien demnach nicht im Bilde über das in ihrem Tarif zur Verfügung stehende Volumen. Besser informierte Nutzer hätten hingegen selten eine Idee davon, wie viel Datenvolumen sie monatlich tatsächlich benötigen. Hier sieht man dringenden Handlungsbedarf, da Transparenz von der Kundschaft sehr geschätzt wird.

    Verschiedene Tarifmodelle entsprechend den Nutzervorlieben

    Großen Wert legen diese nach Erkenntnissen der Unternehmensberater aber auch auf eine gute Infrastruktur und seien deshalb bereit, für bessere Leistungen tiefer in die Tasche zu greifen. Eine Möglichkeit zur Umgestaltung der Tarife wäre es demnach, auf Volumengrenzen zu verzichten, dafür aber größere Bandbreiten gegen höhere Gebühren zu bieten. Dadurch könnte dann der weitere Ausbau der Infrastruktur finanziert werden.

    Eine andere Lösung sieht man in Flatrates für bestimmte Apps, wie es die Telekom in Zusammenarbeit mit dem Streaming-Dienst Spotify anbietet. Nutzer zahlen dabei einen Pauschalpreis und können anschließend Inhalten nutzen, ohne sich Gedanken über Zusatzkosten oder den Datenverbrauch zu machen. Dieses Modell ist in anderen Teilen der Welt bereits sehr beliebt, in Deutschland aber kaum verbreitet. Für zusätzliche Kundenbindung könnten die Provider des Weiteren über Multi-Device-Angebote sorgen, bei dem der Nutzer einen Tarif gleichzeitig für sein Smartphone und Tablet verwenden kann. Funktioniert dies reibungslos, ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter weniger attraktiv.

    Lasslo Franke  
    Autor:
    Lasslo Franke
    Datum:
    25.11.2013
    Tags:
    Mobiles internet, Flatrates, Allnet Flat, Telekom, Netzausbau, Tarife, Studie, Spotify

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