Überlastete Mobilfunknetze - Telekom und Vodafone kündigen Investitionen an

  • 22102012
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    © vodafone.de

    Das Nachrichten-Magazin "Focus" hat über mehrere Monate das Mobilfunknetz in mehreren deutschen Großstädten getestet. Das Ergebnis gab wenig Anlass zur Begeisterung, in Stoßzeiten - vor allem am frühen Morgen - sind die Netze aller deutschen Netzbetreiber stark überlastet und mobiles Surfen oft fast gar nicht möglich.

    Die Problematik ist nicht wirklich neu. Der Münchner Mobilfunkprovider o2 war bereits im November 2011 in die Kritik geraten, nachdem sich sein 3G-Netz angesichts des wachsenden Datenhungers von Smartphones als instabil erwies. Im "Focus"-Test werden jetzt auch die Deutsche Telekom und Vodafone explizit erwähnt.

    Provider wollen in den Netzausbau Milliarden investieren

    Die Provider sind sich der Situation seit längerem bewusst und wollen jetzt mit Milliarden-Investitionen reagieren. Bei Vodafone soll noch in diesem Jahr ein Betrag in "dreistelliger Millionenhöhe" in den allgemeinen Netzausbau fließen. Die Deutsche Telekom setzt bei der Verbesserung der Qualität ihres Mobilfunknetzes dagegen vor allem auf den neuen Mobilfunk-Standard LTE, will bis zum Jahresende mindestens eine Milliarde Euro in ihr 4G-Netz investieren und mindestens 100 deutsche Städte mit LTE versorgen.

    LTE soll Netzprobleme perspektivisch lösen

    LTE hat sich inzwischen als Mobilfunk-Standard der Zukunft etabliert. Anders als noch zum Jahresanfang 2012 ist inzwischen eine Vielzahl 4G-fähiger Geräte auf dem internationalen Markt präsent, in Deutschland allerdings noch nicht in jedem Fall erhältlich. Auch die flächendeckende Verfügbarkeit von LTE ist trotz des intensiven Netzausbaus der drei deutschen 4G-Provider Telekom, Vodafone und o2 noch nicht gegeben. Die neue Technik ermöglicht im 4G-Mobilfunknetz theoretische Datenübertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s.

    Den superschnellen LTE-Netz-Zugang bietet bisher allerdings nur die Deutsche Telekom in einigen urbanen Zentren an, o2 und Vodafone haben ihre 4G-Geschwindigkeiten auf maximal 50 Mbit/s gedrosselt. Die neue Dimension des mobilen Surfens in Deutschland verdeutlicht eine Studie des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) und des Marktforschungsinstituts Dialog Consult. In allen deutschen Handy-Netzen wird demnach für 2012 ein Datenvolumen von rund 131 Millionen Gigabyte erwartet. Das Datenaufkommen von Smartphones hätte sich damit im Vergleich zu 2010 verdoppelt. Jeder Smartphone-Nutzer verbraucht im Schnitt derzeit ein Datenkontingent von knapp 200 Megabyte pro Monat, 2009 waren es lediglich 41 Megabyte.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    22.10.2012
    Tags:
    O2, Mobiles internet, Smartphones, Vodafone, LTE, Netzausbau, Deutsche Telekom, Netzprobleme

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