LTE-Ausbau: Erfolg in Städten ist geschäftsentscheidend
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29122011
Die deutsche "Financial Times" berichtete jetzt in einer Reportage, dass die erste LTE-Ausbaustufe in Deutschland fast abgeschlossen ist. Entsprechend den politischen Vorgaben der Bundesnetzagentur mussten diejenigen Provider, die LTE-Frequenzen im 800-Megahertz-Bereich erworben hatten, den Ausbau ihrer 4G-Netze im ländlichen Bereich - in den sogenannten "weißen Flecken" ohne Anbindung an schnelles Internet via DSL oder Kabel - starten.
Bereits Ende September 2011 meldeten die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 die vollständige Erfüllung dieser Auflagen in sechs Bundesländern. Nach eigenen Angaben hat die Telekom bisher 1.800 LTE-Sendestationen in Betrieb genommen, Vodafone versorgt inzwischen über 1.500 Standorte mit dem neuen 4G-Mobilfunknetz ab, o2 veröffentlichte bisher keine Zahlen. Die letzten "weißen Flecken" werden nach aktueller Planung Ende 2012 von der "digitalen Landkarte" Deutschlands verschwunden sein - bereits jetzt ist klar, dass sich LTE wesentlich schneller durchsetzt als der Vorgänger 3G/UMTS.
LTE-Investitionen - bisher etwa drei Milliarden Euro
Die Planungen der Telefongesellschaften konzentrieren sich jetzt auf die Städte. Die Telekom betreibt derzeit Pilotprojekte in Köln bzw. München und will 2012 mit ihrem LTE-Angebot 100 weitere Städte erreichen. Vodafone betreibt seine ersten Stadtnetze in Berlin und Düsseldorf. o2 plant für das zweite Quartal 2012 den Start des eigenen 4G-Netzes in Berlin, Hamburg sowie München und will im dritten Quartal zehn weitere Städte erreichen.
Der Erfolg der städtischen LTE-Netze im Frequenzbereich von 1,8 bis 2,6 Gigahertz ist für die Provider geschäftsentscheidend - der bisherige LTE-Ausbau hat die Provider insgesamt etwa drei Milliarden Euro gekostet. Absehbar ist inzwischen, dass diese Investitionen nicht durch das LTE-Engagement der drei Unternehmen im ländlichen Bereich getragen werden können. Auf dem Land betrachten Kunden das 4G-Netz zumindest bisher fast ausschließlich als DSL-Alternative für stationäres Surfen und buchen die entsprechenden Tarife zudem in eher moderatem Ausmaß.
Geschäftsentscheidend - urbanes und mobiles LTE
Entscheidend für den ökonomischen Erfolg der neuen Technik ist daher der "Sprung" in den urbanen Raum und die Profilierung als ein echtes mobiles Angebot - also die Nutzung der 4G-Netze durch Smartphones, Tablets, Note- und Netbooks. In dieser Hinsicht steht Deutschland - im Gegensatz etwa zu den USA und Japan - bisher ganz am Anfang. Die Deutsche Telekom hat zwar einige ihrer Handy-Tarife inzwischen mit einer 4G-Option versehen - LTE-fähige mobile Endgeräte sind in Deutschland bisher jedoch nicht auf dem Markt, was sich in 2012 allerdings ändern dürfte.
Offen ist jedoch, inwieweit und wann urbane Kunden sich angesichts der flächendeckenden Verfügbarkeit von UMTS/HSDPA, DLS und Kabel für die bisher vergleichsweise teuren LTE-Tarife entscheiden werden. Eine klare Strategie hat bisher nur Vodafone formuliert - das Unternehmen hatte als erster deutscher Anbieter mobiles LTE per Surfstick im Programm und will auch seine DSL-Angebote schrittweise durch LTE ersetzen.
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