HP: WebOS wird Open-Source-Projekt

  • 12122011
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    Hewlett Packard hat seinen Zeitplan für die Entscheidung über die Zukunft seines mobilen Betriebssystems WebOS eingehalten - HP-CEO Meg Whitman hatte Anfang Dezember einen Termin in der Monatsmitte avisiert. Bisher standen öffentlich die hauseigene Weiterentwicklung des Systems, die Einstellung der Software oder ihr Verkauf zur Diskussion. Das jetzt veröffentliche Resultat ist eine Überraschung - WebOS wird zum Open-Source-Projekt.

    HP wird den Entwicklern auch in Zukunft Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Systems leisten. Ein konkreter Zeitplan soll in Kürze folgen. Die Zukunft von Web OS hing in der Schwebe, seit der frühere CEO Léo Apotheker im August 2011 die Aufgabe der HP-Computersparte angekündigt hatte.

    HP bleibt bei WebOS grundsätzlich im Boot

    In einer internen E-Mail an die Mitarbeiter zeigte sich Meg Whitman jetzt zuversichtlich, "dass die besten Tage des Systems noch vor uns liegen". Zusammen mit der globalen Entwickler-Community wolle HP zu einer neuen Generation von Features und Mobilgeräten gelangen. In Kürze will HP den WebOS-Quellcode sowie des Anwendungs-Netzwerkes Enyo als Open-Source-Programm lizenzieren, um der Community einen unlimitierten Entwicklerzugang zu Web OS zu ermöglichen.

    HP-Ingenieure werden - mit entsprechenden finanziellen Ressourcen ausgestattet - an der weiteren Entwicklung des Programms auch in Zukunft beteiligt sein. Als grundsätzliche Ziele nannte das Unternehmen die Beschleunigung der offenen Entwicklung des Programms sowie das Verhindern einer Fragmentierung der Plattform.

    Offene Lizenzierungsfragen für den WebOS-Quellcode

    Von Seiten der Entwickler kamen erste positive Rückmeldungen, jedoch auch einige kritische Stimmen. Das Entwicklerportal "PreCentral" - seit kurzem "WebOSnation" - fand, dass WebOS für ein Open-Source-Projekt prädestiniert sei, merkte aber an, dass für die Lizenzierung vorab ein weiteres Problem zu lösen ist: Der Quellcode des Programms enthält demnach Lizenz-Codes von Drittunternehmen, der in ein Open-Source-Konzept nicht integrierbar ist und durch eigenen Code oder bereits vorhandene nicht lizenzpflichtige Software ersetzt werden muss.

    Jean-Louis Gassée, ein früherer Apple-Manager und Erfinder der Software-Plattform BeOS, hält zwar Open-Source-Plattformen - beispielsweise Webkit oder Linux - für grundsätzlich erfolgversprechend, zweifelte aber an der Zukunftsträchtigkeit eines Projekts, das nicht zuletzt das Ergebnis einer erfolglosen Monetarisierung ist. Ob und wann es wieder HP-Mobilgeräte unter WebOS geben wird, ist derzeit nicht absehbar. Vorerst arbeitet das Unternehmen an der Implementierung seiner neuen Allianz mit Microsoft - eine Vier-Jahres-Kooperation auf verschiedenen Gebieten ist bereits vereinbart. Die nächsten Tablets von HP erscheinen daher - wenn überhaupt - sehr wahrscheinlich als Windows-8-Geräte.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    12.12.2011
    Tags:
    Apple, Microsoft, Windows 8, Mobiles Betriebssystem, HP Touchpad, Open Source, HP WebOS

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