Steve Jobs - Firmengründer, Erfinder und moderner Philosoph

  • 06102011
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    © n-tv.de

    Steve Jobs ist tot. Der Apple-Gründer, Erfinder und Visionär starb am gestrigen Mittwoch im Alter von nur 56 Jahren im Kreise seiner Familie in Palo Alto. Gegen seine Krebserkrankung kämpfte er seit 2004 - mit ungebrochener professioneller Genialität und - die Bilder des letzten Jahres legten dies zumindest nahe - nicht nur mit dem Bewusstsein des näher kommenden Abschieds, sondern auch innerer Gelassenheit. Das Silicon-Valley, die Branche und natürlich Apple werden nach Steve Jobs´ Tod nicht mehr dieselben sein.

    Vorerst geht es um Erinnerungen: Steve Jobs als der geniale Erfinder, Steve Jobs als Weggefährte und globale Ikone des Computer-Zeitalters, seine Apple-Shows mit dem Appeal von Rock-Festivals, der Siegeszug von iPod, iPhone und iPad. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" fasste seine Lebensarbeit heute aus anderer Sicht zusammen: Steve Jobs war nicht nur Apple CEO oder Computer-Guru, sondern der "größte praktische Philosoph" unseres Jahrhunderts.

    "Bleibt hungrig - bleibt tollkühn"

    Steve Jobs galt als extrem öffentlichkeitsscheu - abgesehen von den großen Apple Events und diversen Medien- und Branchenstories von Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Konkurrenten drang wenig - und noch weniger Privates - an die Außenwelt. Eine der seltenen Ausnahmen war Steve Jobs´ Rede vor den Studenten der Universität Stanford im Jahr 2005. Er wandte sich damals - noch von seiner ersten Krebserkrankung gezeichnet - mit drei sehr persönlichen Geschichten an sein Auditorium - sie handelten vom "Verbinden der Punkte eines Lebens", "Liebe und Verlust" - über Apple und seine Ehe mit Laurene Powell - und vom Tod.

    Im Rückblick scheint es, als ob Steve Jobs schon damals seinen Frieden mit der Erkrankung und auch mit dem Tod gemacht hat. Den Stanford-Studenten gab er damals drei Grundbotschaften mit auf ihren Weg: Seine Sicht des Todes als "Katalysator des Wandels", die Mahnung, dass die begrenzte Lebenszeit nicht mit Dingen vergeudet werden sollte, die man nicht "liebt" und die Wichtigkeit des Glaubens an sich selbst und das eigene Projekt. Sein Fazit vor sechs Jahren war: "Folgt eurem Herzen" - und: "Bleibt hungrig - bleibt tollkühn". Steve Jobs hat danach gelebt.

    Nach Steve Jobs - was passiert mit Apple?

    Die Frage, wohin Apple ohne Steve Jobs steuern wird, stand medial seit seinem Rücktritt als Apple CEO im vergangenen August im Raum. Gleichzeitig waren die letzten Wochen trotz der Fakten - Tim Cook als CEO und der endgültigen Abwesenheit des Firmengründers - noch eine Interimsperiode mit dem "iGod" zumindest im mentalen Hintergrund. Das Event in Cupertino zur Markteinführung des iPhone 4S war das erste öffentliche Signal, dass Apple von jetzt an anders ist - weniger inspiriert, weniger unique, kein "one more thing", sondern ein Konzern wie viele andere.

    Die Börse reagierte noch während der Veranstaltung mit einem spürbaren Kursverfall der Apple-Aktie. Entsprechend kühl und analytisch nahmen die Finanzanalysten heute den Tod von Steve Jobs zur Kenntnis. Die Wall Street Research Agentur Sanford Bernstein kommentierte, dass dieser der zweite harte Rückschlag für den Konzern in dieser Woche ist - Steve Jobs´ Tod erhöhe den Druck auf Apple erheblich und dürfte den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens gegenüber der asiatischen Konkurrenz erheblich verkleinern oder ganz eliminieren. Richard Müller (Reuters) nannte für die Apple-Aktie bereits sehr konkrete Zahlen - er erwartet einen kurzfristigen Kurssturz des Papiers von derzeit 378 auf 350 US-Dollar. Aus der Sicht der Finanzmarkt-Gurus also - vielleicht endlich wieder - Business as usual.

    Lasslo Franke  
    Autor:
    Lasslo Franke
    Datum:
    06.10.2011
    Tags:
    IPad, Apple, IPhone, Steve Jobs, IPhone 4S

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