Amazon stellt Tablet Kindle Fire und drei E-Book-Reader vor
-
28092011
© engadget.comDer Hauptteil der heutigen Amazon-Präsentation ist seit wenigen Minuten Geschichte. Überraschungen gab es dabei nicht - Amazon-Chef Jeff Bezos stellte wie erwartet das neue Tablet Kindle Fire sowie drei neue E-Reader vor. Preisgünstig sind alle vier Neuerscheinungen positioniert. Der Preis des Kindle Fire bleibt mit 199 US-Dollar sogar noch unter den vorherigen Prognosen, die bei etwa 250 US-Dollar lagen.
Den E-Reader Kindle Touch gibt es für 99 US-Dollar oder - dann mit UMTS-Modul - als Touch 3G für 149 US-Dollar. Den regulären Kindle gibt es jetzt bereits für 79 Dollar. Die neuen Lesegeräte sind eher unspektakulär - sie signalisieren allenfalls eine neue Wettbewerbsrunde gegenüber Barnes & Nobles, Amazons direktem Wettbewerber im E-Book-Segment. Demgegenüber stand das Tablet bereits Monate vor der Veröffentlichung im Ruf, sich als direkter iPad-Konkurrent zu etablieren.
Kindle Fire - das Tablet für Amazons Medien-Universum
Die Ausstattung des Kindle Fire entspricht den bereits vorher bekannten Details: Kapazitiver 7-Zoll-Touchscreen, 2-Finger-Multitouch, weder Mikrofon noch Kamera, kein UMTS, sondern lediglich eine WLAN-Komponente, eine angepasste Android-Version unter der Amazon-eigenen Benutzeroberfläche. Das heute vorgestellte Angebot illustrierte deutlich die eigentliche Zielrichtung Amazons: Den Vertrieb von Inhalten aus dem eigenen Medien-Universum auf einem preislich offensichtlich subventionierten Tablet.
Käufer des Kindle Fire erwerben zusammen mit ihrem Gerät einen 30-tägigen kostenlosen Probezugang zum Mediendienst Amazon Prime. Dieser bietet Zugang zu E-Books, Musikdownloads und Videostreamings aus einem Portfolio von derzeit rund 11.000 Filmen und Serien sowie dem Internet-Datenspeicher Cloud Drive. Außerdem kann über Amazon Prime das gesamte Shopping-Sortiment des Unternehmens geordert werden - Amazon garantiert derzeit für die USA die Lieferung innerhalb von zwei Tagen. Auch nach dem Gratis-Monat bleibt der Prime-Dienst mit einem Jahrespreis von 79 US-Dollar recht günstig.
Aber: Das iPad erhielt Kultstatus auch durch die Hardware
Ob das alles ausreicht, um Apples iPad den Status als Tablet-Marktführer streitig zu machen, ist derzeit nicht abzusehen. Für das Kindle Fire sprechen sowohl der mediale Hintergrund als auch der Kampfpreis von 199 US-Dollar. Andererseits macht Amazon damit seine Prioritäten deutlich: die Verwertung von Inhalten kommt vor der Hardware.
Demgegenüber liegt der Kultstatus des iPad auch in seiner technischen Perfektion begründet. Allerdings hat Amazon seinen Expertenstatus für die Internet-Vermarktung von Medien im E-Book-Segment bereits bewiesen: In den USA übertrifft der Amazon-Absatz von E-Books zumindest zeitweise bereits die Abverkäufe der Print-Ausgaben. Nach Angaben des Unternehmens hat Amazon seit Anfang 2011 dreimal so viele E-Books abgesetzt wie im Vergleichszeitraum des vorigen Jahres.
Kommentare
Es sind noch keine Kommentare vorhanden
-
Sie müssen angemeldet sein um Kommentare schreiben zu können.
