Apple WWDC: iOS 5, Lion und iCloud - aber kein neues iPhone

  • 07062011
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    © engadget.com

    Die enttäuschten Erwartungen zuerst: was Apple nicht im Gepäck für die WWDC hatte, war neue Hardware - nachdem sich die Vermutungen und Gerüchte der letzten Tage auch dahingehend verdichtet hatten, ob das iPhone 5 oder ein neuer Touchscreen iMac auf der Apple Entwicklerkonferenz vorgestellt würden. Die Keynote von CEO Steve Jobs fokussierte sich also vollständig auf neue Softwarefunktionen - im Zentrum der Apple-Innovationen stehen die Automatisierung von Standardfunktionen und neue Möglichkeiten für eine optimale Datensynchronisation zwischen verschiedenen Apple Geräten über die Cloud.

    iOS 5, Mac OS X Lion und iCloud

    Apples neues mobiles Betriebssystem iOS 5, das neue Mac Betriebssystem OS X 10.7 Lion und der als Cloud-Streaming-Dienst konzipierte MobileMe-Nachfolger iCloud bilden in Zukunft eine gemeinsame Plattform für synchronisiertes Apple Computing. Zukünftig bietet die iCloud für bis zu zehn registrierte Apple-Geräte synchronisierte Backup- und Storage-Funktionen. Datensätze und Medien werden automatisch in der Cloud abgelegt und gesichert und sind von dort für alle kommunizierenden Computer - gleichgültig ob iOS-Gerät oder Mac - abrufbar.

    Software-Updates für iOS-Computer erfolgen zukünftig "over-the-air" und nicht mehr durch den Upload kompletter Systemdateien, sondern über sogenannte Delta-Uploads für eine schnelle und Speicherkapazität sparende Aufrüstung. Fotos und andere Medien aus Apples App- und iBookstore werden von den Computern automatisch in die Cloud gestreamt und von dort auf alle kommunizierenden Geräte gepusht. Ebenso erfolgt die Registrierung und Datenausstattung neuer iOS-Geräte über W-LAN oder Mobilfunknetz direkt in der Cloud, statt wie bisher über einen herkömmlichen Rechner.

    Bei der Demonstration im Konferenzsaal beeindruckte das System durch Schnelligkeit und Simplizität. Hierfür stellt Apple jedem User fünf GByte Speicherplatz in der iCloud zur Verfügung, der dauerhaft kostenfrei bleibt. Kostenpflichtig ist lediglich der zusätzlich wählbare Musikservice "iTunes in the Cloud".

    "iTunes in the Cloud" - 20.000 Titel für 25 Dollar im Jahr

    Apples Musikstreaming bleibt vorerst eng an iTunes gebunden. Über "iTunes in the Cloud" können User alle Songs, die sie im iTunes Store gekauft haben, auf alle ihre Apple Geräte laden. Mit "iTunes Match" ist es außerdem möglich, nicht bei "iTunes" erworbene Titel - etwa Songs von eigenen CDs - über die Cloud auf alle kommunizierenden Computer zu streamen, ohne sie hochladen zu müssen. Mit einer Jahresgebühr von 24.99 US-Dollar ist dieser Service extrem kostengünstig (zum Vergleich: Amazon nimmt für 20.000 Titel 200 US-Dollar im Jahr). Der Haken: "iTunes in the Cloud" ist vorerst nur in den USA nutzbar - wann der Sprung nach Europa erfolgt, hängt vor allem von entsprechenden Verträgen mit der hiesigen Musikindustrie ab.

    iOS 5 kommt im Herbst, Mac OS X Lion im Juli 2011

    iOS 5 kommt nun verbindlich im Herbst 2011 auf den Markt - vermutet wurde nach dieser Ankündigung auf der WWDC sofort: dann im Verbund mit dem iPhone 5. Neu beim mobilen Apple Betriebssystem sind etwa ein innovatives Notification Center, eine direkte Twitter-Integration und neue Reminder- und Fotoapps (auch für die mobile Bearbeitung und Verwaltung von Fotos). OS X Lion kommt im Juni zu einem Preis von 23,99 Euro in den Apple App-Store.

    Wie erwartet, verkleinert das System den "Anwendungs-Gap" zu Apples mobilem System. Neue Funktionen sind beispielsweise eingebaute Multitouch-Gesten, Vollbild-Apps, diverse neue Features für Desktop-Verwaltung, Datenspeicherung, Mailing und die Kommunikation zwischen verschiedenen Mac-Rechnern. Zeitgleich mit OS X Lion ist im App-Store für 39,99 Euro auch die Mac OS X Lion Server-Software erhältlich, die das Lion-Betriebssystem voraussetzt und den Zugang zur Cloud schafft.

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