Vodafone stoppt Drosselung in Kabel Deutschland-Tarifen

  • 04122015
    drosselung-vodafone-kabel-deutschland.jpg
    © vexworldwide -
    Fotolia.com

    Vor wenigen Tagen hatte Vodafone mit der Ankündigung für Wirbel gesorgt, ab sofort von der in den Kabel Deutschland-Verträgen verankerten 10 GB-Drosselung für die Nutzung von Filesharingdiensten Gebrauch zu machen. Diese Klausel besagt, dass ab einem Filesharing-Traffic von 10 GB am Tag die maximale Verbindungsgeschwindigkeit auf 100 KB/s reduziert wird. Ausgenommen sind hierbei Anwendungen wie Dropbox oder WeTransfer. In der Praxis war die Drosselung bereits seit einiger Zeit angewandt worden, jedoch galt hier bisher eine Grenze von 60 GB am Tag.

    Drosselung nur Pilotprojekt

    Offenbar überrascht von den heftigen Reaktionen, die die Ankündigung vor wenigen Tagen hervorgerufen hatte, ruderte Vodafone heute zurück und erklärte, den Plan einer Drosselung ab 10 GB Datenverbrauch durch Filesharingdienste fallen zu lassen. "Bei der Filesharing-Beschränkung im Kabelnetz handelte es sich um ein Pilotprojekt. Je nach Ergebnis war geplant, dieses im Kabelgeiet weiter auszurollen oder nicht", so Vodafone in einer Stellungnahme.

    Die Ergebnisse dieses Projekts hätten nun dazu geführt, die Drosselung nicht weiter vorzunehmen und auch bestehende Beschränkungen aufzuheben. Die AGBs sollten jedoch nicht geändert werden, es gehe lediglich um die praktische Umsetzung der Richtlinien. Für die Kunden bedeutet dies nun, dass faktisch jede Drosselung in Flatrate-Tarifen aufgehoben wurde. Volumentarife bleiben von dieser Entscheidung unberührt.

    "Normale" User gar nicht betroffen

    Vodafone hatte die Drosselung ursprünglich mit durch massives Filesharing entstehenden Netzengpässen für andere Nutzer versucht zu rechtfertigen, dabei jedoch nicht erklärt, wie man technisch Traffic durch die Nutzung sozialer Netzwerke oder Film- und Musikstreaming aus dem täglichen Gesamtvolumen herausfiltern wolle. Hierzu teile das Düsseldorfer Unternehmen nun mit, dass man in erster Linie Sharehoster und Peer-to-Peer-Anwendungen wie Bittorrent-Clients im Visier hatte. Bei Computerspielen mit Datenaustausch mittels P2P-Clients sollte hingegen durch eine Positivliste sichergestellt werden, dass dieser Traffic nicht auf das tägliche Volumenlimit angerechnet wird. Die Mehrzahl der Nutzer wäre somit von einer Drosselung nicht betroffen gewesen. Mit der heutigen Kehrtwende in Sachen Drosselung hat Vodafone jedoch das Thema wie auch schon vor ihr die Deutsche Telekom bis auf Weiteres vertagt.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    04.12.2015
    Tags:
    Flatrate, Kabel Deutschland, Vodafone, Kabel-DSL, Deutsche Telekom, Drosselung, Filesharing

Kommentare

DSL Check

Überprüfen Sie ob bei Ihnen DSL verfügbar ist.

Newsletter

Melden Sie sich jetzt an unserem Newsletter an und bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand

  • Anrede