Apple: ChaiOS-Angriff legt iOS- und MacOS-Geräte per Link lahm

  • 18012018
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    © fizkes - Fotolia.com

    Apple macht erneut mit Negativschlagzeilen von sich Reden. Nachdem Nutzer aufdecken konnten, dass ältere iPhones per Software gedrosselt werden, sorgt nun ein Bug in iOS und MacOS für Ärger. Öffnet man auf diesen Geräten eine präparierte Webseite, kann es zu Systemabstürzen kommen. Um die Wogen zu glätten, will das Unternehmen schnell Abhilfe schaffen - und verspricht auch in Sachen iPhone-Drosselung nachzubessern.

    Link lässt Apps und System einfrieren

    "ChaiOS" wird das jüngste Ärgernis für Apple-Kunden genannt. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Angriff auf iOS und MacOS, der manchen Nutzern die Nerven raubt. Der Angreifer verschickt dabei einen Link zu einer auf "github.io" gehosteten Webseite und sorgt damit beim Empfänger für einen Systemcrash. Schuld daran ist ein Fehler im Betriebssystem, der über die Seite angesprochen wird. Besonders ärgerlich ist, dass der Geschädigte den Link nicht einmal anklicken muss. Weil der in MacOS und iOS integrierte Apple-Dienst "iMessage" automatisch eine Vorschau des Links erstellt, genügt es schon, die Nachricht an sich zu lesen.

    Die Auswirkungen können unterschiedlich sein. Nutzer berichten von Abstürzen der Nachrichten-App, aber auch Systemcrashs und Neustartschleifen. Apples Entwickler arbeiten bereits an einem Update. Bis dieses erscheint, gibt es allerdings keinen verlässlichen Schutz gegen ChaiOS. Betroffenen bleibt nur, die Internetverbindung des Geräts zu kappen, um zu verhindern, dass iMessage die Webseitenvorschau lädt. Anschließend sollte der jeweilige Nachrichtenverlauf gelöscht werden. Blockiert man zusätzlich über die Systemeinstellungen Links zu github.io, bietet das zumindest vorübergehend Sicherheit vor Angriffen mit ChaiOS.

    Apple lenkt bei Softwarebremse ein

    Besser dürfte bei den Käufern von iOS-Geräten die Ankündigung ankommen, künftig selbst über die Drosselung älterer iPhones entscheiden zu dürfen. Apple hatte diese per Update auf Geräte wie das iPhone 6S und iPhone 7 gebracht und aktiviert, sobald die Alterung des Akkus dessen Kapazität sinken lassen hatte. Erklärt wurde das als Maßnahme zum Erhalt der Systemstabilität - allerdings erst, nachdem die Drosselung von Dritten aufgedeckt wurde.

    Mittlerweile sieht sich Apple mit mehreren Klagen sowie staatlichen Untersuchungen konfrontiert und könnte zu mehreren Millionen Euro Strafe verurteilt werden. Im Zuge dessen hatte der Elektronikhersteller die Kosten für den Akkutausch beim Modell iPhone 6 deutlich reduziert und nun versprochen, Nutzern die Entscheidung über die Drosselung zu überlassen. Ein entsprechendes Update soll in den kommenden Wochen für iOS 11 bereitgestellt werden.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    18.01.2018
    Tags:
    Apple, Drosselung, Apple iPhone, Klage, Bug, IMessage, MacOS, Akku, IOS 11, ChaiOS

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