Nach iPhone-Drosselung: Apple droht Sammelklage in den USA

  • 22122017
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    © apple.com / Apple

    Apple droht rechtlicher Ärger mit einem Teil der eigenen Kundschaft. In den USA streben Käufer älterer iPhones eine Sammelklage an, nachdem der Elektronikhersteller die Geräte zum Teil über die Software drosseln lässt. Weil dieses Vorgehen lange Zeit nicht öffentlich gemacht wurde, steht nun ein Betrugsvorwurf im Raum.

    Die Unzufriedenheit scheint groß zu sein. Nur wenige Stunden, nachdem Apple bestätigte, bei älteren iPhone-Modellen per Software die Rechenleistung herunterzuregeln, wurde in Illinois eine Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Diese soll zur Sammelklage tausender Kunden ausgeweitet werden. Darin wird dem iPhone-Hersteller vorgeworfen, mit der Maßnahme „in betrügerischer Weise“ Kunden zum Kauf aktueller Geräte verleitet zu haben.

    Drosselung nach iOS-Update

    Die Argumentation der Kläger richtet sich dabei nicht gegen den Umstand an sich, dass Apple einen Teil der älteren Geräte bewusst ausbremst, sondern dass dies nicht offen kommuniziert wurde. Kunden hätten nach Software-Updates plötzlich mit einer verminderten Arbeitsgeschwindigkeit ihrer iPhones leben müssen, ohne zu wissen, dass sich dies durch einen vergleichsweise preiswerten Akkutausch beheben lässt. Bei Betroffenen konnte so der Eindruck entstehen, ein Neugerät anschaffen zu müssen, um wieder normal mit dem Smartphone arbeiten zu können.

    Apple ließ Kunden monatelang im Dunkeln

    Hintergrund des aufziehenden Rechtsstreits ist eine Softwarebremse für Geräte mit gealtertem Akku, die Apple in den vergangenen Monaten in iOS untergebracht und auf immer mehr Modelle ausgeweitet hat. Laut einer Erklärung des Konzerns soll sie verhindern, dass sich ältere iPhones bei Kälte oder anspruchsvollen Aufgaben unvermittelt abschalten, obwohl der Akku noch geladen ist.

    Geschehen könne das, wenn der Energiespeicher aufgrund des Alters nicht mehr die volle Leistung hat. Mit einem Akkuwechsel soll sich das Problem beheben lassen. Apple hatte allerdings darauf verzichtet, seine Kunden über die Drosselung oder den Vorteil eines Akkutauschs zu informieren. Erst, nachdem Nutzer im Netz über eine Softwarebremse spekulierten und entsprechende Beobachtungen veröffentlichten, entschied man sich, die Maßnahme publik zu machen.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    22.12.2017
    Tags:
    Smartphone, USA, Drosselung, Apple iOS, Apple iPhone, Klage, Akku

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