EU-Kommission äußert Bedenken zur Fusion zwischen o2 und E-Plus

  • 19022014
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    © telefonica.de /
    eplus-gruppe.de

    Die Fusion zwischen E-Plus und Telefónica Deutschland (o2) ist schon seit Bekanntwerden bei den Kartellbehörden wie dem Bundeskartellamt umstritten. Nachdem die EU-Kommission die Übernahme geprüft hat, bereitet sie offenbar einen Einspruch vor und will den Kauf in der vorliegenden Form nicht genehmigen.

    So sieht die Behörde bei der Fusion Wettbewerbsnachteile für die Konkurrenz. Das "Handelsblatt" berichtet, dass ein sogenanntes "Statement of Objections" demnächst an die beiden Unternehmen verschickt wird. Darin ist aufgeführt, welche Probleme die Kommission mit dem Kauf von E-Plus durch Telefónica Deutschland hat.

    Übernahme noch nicht vom Tisch

    Im Rahmen von Bedenken ist ein solches Dokument jedoch noch kein Hinweis darauf, dass die Übernahme gestoppt werden könnte. Ein solches Verfahren ist vielmehr innerhalb vertiefter Prüfungen normal. E-Plus und Telefónica Deutschland haben nach Veröffentlichung des Dokuments nach aktuellen Informationen dann bis zum 14. Mai 2014 Zeit, um Stellung zu beziehen und einige Faktoren in ihrer Fusion zu korrigieren.

    Dass ein solches vertieftes Prüfverfahren kommen würde, kündigte sich schon vorher an. Sowohl das Bundeskartellamt als auch die EU-Kommission kündigten an, im Fall des Auftrags sehr genau die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland zu prüfen. Das Bundeskartellamt bemühte sich sogar darum, den Fall nach Deutschland zu holen, da es im Wesentlichen Auswirkungen auf den nationalen Markt hat. Die EU-Kommission lehnte aufgrund der Größe der Übernahme das Ansinnen der deutschen Wettbewerbsbehörde jedoch ab und leitete ein eigenes Prüfverfahren ein, welches aktuell läuft.

    Österreich: Fusion führt zu Preiserhöhungen

    Die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland wollte sich der spanische Mutterkonzern 8,6 Milliarden Euro kosten lassen. Damit würde die Anzahl der großen Mobilfunk-Anbieter in Deutschland von vier auf drei zusammenschrumpfen. In Österreich gab es ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Dort fusionierten "3" und "Orange" miteinander. Damit gab es mit Hutchison 3, A1 und T-Mobile nur noch drei Anbieter. Das Ergebnis waren erhöhte Mobilfunkpreise für die Kunden, die zum Beispiel beim Marktführer A1 um bis zu 70 Prozent gestiegen waren.

    Ein weiteres Problem ergibt sich aus der Fusion. So stellt sich die Bundesnetzagentur die Frage, was mit den Mobilfunk-Frequenzen beider Anbieter passieren soll. Eine Möglichkeit wäre, dass ein Teil der Lizenzen den Anbietern entzogen und an einen Wettbewerber übergeben wird. Würden beide Unternehmen nämlich die Frequenzen halten dürfen, hätten sie gegenüber der Konkurrenz einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil.

    Lasslo Franke  
    Autor:
    Lasslo Franke
    Datum:
    19.02.2014
    Tags:
    O2, Telefónica, E-Plus, Bundesnetzagentur, EU-Kommission, Übernahme, Preiserhöhung, Bundeskartellamt

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