Fusion von E-Plus und o2: Besseres Netz und niedrigere Kosten

  • 12022014
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    © telefonica.de /
    eplus-gruppe.de

    Die Fusion zwischen o2 und E-Plus hat die nächste Hürde genommen. Gestern stimmten die Telefonica-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung dem Vorhaben zu. Die Teilhaber der niederländischen E-Plus-Mutter KPN hatten ihr OK bereits im Herbst letzten Jahres gegeben.

    Während die Unternehmen hoffen, dem Wettbewerbsdruck gemeinsam besser standhalten zu können, wird ein Teil der Mitarbeiter die Pläne eher kritisch sehen. Dazu dürfte auch eine Analyse der Wirtschaftsprüfer "Pricewaterhouse Coopers" (PwC) beitragen, die für die nächsten Jahre drastische Einsparungen in Aussicht stellt. Allein in der Verwaltung des künftigen Gemeinschaftsunternehmens sollen bis 2018 404,7 Millionen Euro gespart werden. Geplant ist, die Organisation zu verschlanken und so beweglicher zu machen, wobei größere Ausgabenkürzungen erst ab 2015 erwartet werden. In kommenden Monaten will man die Kosten um vergleichsweise geringe 10,5 Millionen Euro kürzen.

    600 Shops sollen schließen

    Auch am Service und Vertrieb wird der neue Sparkurs nicht spurlos vorbeigehen. Tatsächlich sollen die Ausgaben in diesem Bereich sogar um 660 Millionen Euro zusammengestrichen werden. Geplant ist unter anderem, ein Drittel der insgesamt 1.800 o2- und E-Plus-Shops zu schließen. Die größten Ersparnisse erwartet das Papier beim Netzausbau. Hier sollen die Kosten bis 2018 um 800 Millionen Euro sinken, weil die Infrastruktur beider Anbieter künftig gemeinsam genutzt werden kann. Vorteil für den Kunden: Das gemeinsame Netz soll qualitativ mit dem der Telekom und von Vodafone mithalten können.

    Kosten von über einer halben Milliarde Euro erwartet

    Da die Zusammenführung zweier Unternehmen immer auch mit Kosten verbunden ist, wird die Gesamtersparnis dennoch deutlich unter dem Potenzial bleiben. Bei o2 und E-Plus rechnet man damit, 550 Millionen an Integrationskosten stemmen zu müssen. Ein erheblicher Teil davon wird in den Netzumbau und die Abfindung im Zuge der Fusion entlassener Mitarbeiter fließen. Wie viele dies am Ende sein werden, ist noch nicht klar.

    Möglich wäre allerdings auch, dass die Pläne trotz der erfolgten Zustimmung durch Unternehmensführung und Aktionäre nicht umgesetzt werden können. Noch steht die Entscheidung der EU-Kommission aus, die die Fusion mit Blick auf die Auswirkungen auf den deutschen Mobilfunkmarkt prüfen will. Hier signalisierte man in der Vergangenheit durchaus Bedenken. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Zusage zumindest mit Auflagen verbunden sein wird.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    12.02.2014
    Tags:
    O2, E-Plus, Netzausbau, Netzqualität, EU-Kommission, Entlassungen, Fusion, KPN

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