Firefox-Launcher: Mozilla arbeitet an eigener Android-Oberfläche

  • 06022014
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    © mozilla.org

    Die für ihren Browser Firefox bekannte Entwicklerschmiede Mozilla will künftig noch stärker in der Mobilfunkbranche mitmischen. Erste Gehversuche hat mit der Veröffentlichung der Android- und iOS-Version von Firefox und der Entwicklung des noch wenig verbreiteten Betriebssystems Firefox OS gemacht. Um die Nutzerbasis weiter auszubauen, soll es künftig außerdem eine Firefox-Oberfläche für Android geben.

    Für die Entwicklung hat sich Mozilla mit "EverythingMe" zusammengetan, einem israelischen Startup, das jüngst einen gleichnamigen Launcher veröffentlicht hat. Dieser soll auch als Basis für die Firefox-Oberfläche dienen. Eine Besonderheit des Launchers ist die Fähigkeit, sich an die Vorlieben des Nutzers anzupassen. Dabei ist der Besitzer des Smartphones nicht selbst gefragt. Das Programm nimmt seine Einstellungen allein vor und orientiert sich dafür am Verhalten des Nutzers.

    Greift dieser beispielsweise zu bestimmten Tageszeiten häufiger auf eine App zu, wird diese künftig zu eben dieser Zeit prominenter dargestellt. Zu den Features gehören auch das automatische Gruppieren ähnlicher Anwendungen und eine Suchfunktion, die App-Inhalte mit einschließt. Bei dem für Mozilla entstehenden Ableger soll zusätzlich die personalisierte Internetnutzung im Mittelpunkt stehen. Dafür wird einerseits der Firefox-Browser in die Oberfläche integriert, andererseits die Suche nach Inhalten auf den Homescreen geholt. Dort werden passende Inhalte aus dem Web auf eigenen Karten angezeigt werden.

    Wann der Firefox-Launcher erhältlich sein wird, konnten die beiden Unternehmen bei der ersten Vorstellung noch nicht sagen. Sicher ist aber, dass Nutzer nicht zur Kasse gebeten werden sollen. Einnahmen will man vornehmlich mit gesponserten Suchergebnissen und über Apps generieren.

    Firefox OS wird ebenfalls überarbeitet

    Mit der aktuellen Firefox OS-Oberfläche hat der Android-Launcher wenig zu tun, auch wenn dies zu erwarten gewesen wäre. Mozilla hat allerdings schon angekündigt, ein neues Interface für das Open Source-Betriebssystem zu entwickeln, das zumindest in einigen Punkten an den Firefox-Launcher erinnert. So soll künftig die Darstellung von Inhalten auf Karten zu einem zentralen Feature des Systems werden. Im Unterschied zum Android-Launcher werden diese aber auch Apps darstellen können, wodurch sich Firefox OS optisch stärker von Android und iOS absetzen dürfte.

    Unter der Haube geht das System schon jetzt neue Wege. Mozilla verwendete bei der Umsetzung hauptsächlich Webtechnologien und will für eine möglichst gute HTML5-Performance Sorge tragen. Damit wird es für Webentwickler ein leichtes, Apps für Smartphones und Tablets zu schreiben. Bisher ist die Auswahl an Geräten und deren Verbreitung allerdings noch gering. Für die Zukunft hofft Mozilla, mit günstiger Technik Wachstumsmärkte für sich gewinnen zu können und Firefox OS so relevanter zu machen.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    06.02.2014
    Tags:
    Apps, Google Android, Apple iOS, Smartphone Betriebssystem, Open Source, Firefox OS, Firefox Launcher

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