Fusion o2-E-Plus: EU entscheidet, Frequenzvergabe sorgt für Unmut

  • 30012014
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    © telefonica.de /
    eplus-gruppe.de

    Im Streit um die Frage, wer über die Fusion der beiden Netzbetreiber o2 und E-Plus entscheiden darf, hat sich die EU gegen die deutschen Wettbewerbshüter durchgesetzt. Das Kartellamt hatte darauf bestanden, die Überprüfung selbst durchzuführen und einen entsprechenden Antrag gestellt.

    Hauptargument war, dass durch die Fusion ausschließlich der deutsche Markt betroffen und deshalb ein Engagement der EU-Kommission unnötig sei. Dort sah man das allerdings anders. Abgelehnt wurde der Antrag mit der Begründung, dass die Wettbewerbshüter der EU bereits Erfahrungen bei der Prüfung von Zusammenschlüssen in der Mobilfunkbranche gemacht haben. Außerdem sei so sichergestellt, dass die europäischen Fusionsvorschriften eingehalten werden, sodass eine Entscheidung durch ein EU-Organ besser geeignet erscheint.

    Über die Wahrscheinlichkeit von Erfolg oder Scheitern des Zusammenschlusses sagt das wenig aus, da die Wettbewerbshüter bereits Bedenken wegen eines möglichen Wettbewerbsverlusts auf dem deutschen Markt geäußert hatten. Gleichzeitig waren frühere Aussagen etwas weniger kritisch als die deutscher Behörden. Die Entscheidung, ob man den Zusammenschluss genehmigen wird, will die Kommission spätestens bis zum 14. Mai bekannt geben.

    o2-Chef Schuster zieht sich zurück

    o2-Chef René Schuster, der die Fusionspläne mitgestaltet hat, wird den Ausgang dann nur noch als Unbeteiligter erleben. Wie sein Unternehmen heute überraschend bekannt gab, wird Schuster zum 31. Januar von seinem Posten zurücktreten. Für ihn übernehmen zumindest vorübergehend die jetzige CFO Rachel Empey und CSO Markus Haas.

    Wettbewerbsvorteil durch zusammengelegtes Frequenzportfolio?

    Sollte bis Mai kein Ersatz für Schuster gefunden sein und die Fusion genehmigt werden, könnte das Führungsgespann vor schwierigen Fragen stehen. Die Bundesnetzagentur hat bereits offen darüber nachgedacht, o2 und E-Plus Frequenzlizenzen zu entziehen, sollte es zum Zusammenschluss kommen. Diese sollen dann nicht neu vergeben, sondern für einen etwaigen Neueinsteiger reserviert werden. Aktuell nutzen beide Anbieter den 1.800-MHz-Block für den GSM- und das 1.900-MHz-Band für den UMTS-Funk. o2 konnte sich darüber hinaus LTE-Frequenzen im 800- und 2.600-MHz-Bereich sichern.

    Sollte die Bundesnetzagentur auf den Entzug der Frequenzen verzichten, könnte dies für den neu entstandenen Anbieter und dessen Kunden für die Zukunft einen merklichen Vorteil bringen, weil man hauptsächlich oberhalb der 1-GHz-Grenze funkt. Dieser Bereich wird künftig eine wichtige Rolle bei der Durchleitung des wachsenden Datenbedarfs spielen. Folglich hätte o2-E-Plus beste Voraussetzungen, um das eigene Datennetz auf Vordermann zu bringen. Dies befürchten auch Vodafone und die Telekom und haben deshalb in einer Stellungnahme gegenüber der Bundesnetzagentur bereits vor einer Verzerrung des Marktes gewarnt.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    30.01.2014
    Tags:
    O2, E-Plus, LTE, Bundesnetzagentur, EU-Kommission, Übernahme, LTE-Frequenzen, Rene Schuster

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