Android: Google macht Root-Apps zukünftig das Leben schwer

  • 24012014
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    Google wird Apps mit Root-Rechten in kommenden Android-Versionen mehr Steine in den Weg legen. Der Suchmaschinenriese begründet dies mit dem Sicherheitsaspekt und führt ein neues Rechtesystem ein, was dafür sorgen könnte, dass viele der aktuell erhältlichen Root-Apps künftig nicht mehr funktionieren. Umgesetzt werden sollen diese Neuerungen mit Android 4.5 oder 5.0. Konkret geht es darum, dass Google auch für Apps Zugriffsbeschränkungen einführen will, die ansonsten Administratorrechte und damit vollständigen Zugriff auf das System haben.

    Einschränkung der Nutzerfreiheit?

    Wie der Android-Entwickler "Chainfire" erfahren hat, wird in den kommenden Android-Versionen eine Sperre aktiv werden, die verhindert, dass Root-Apps andere Anwendungen starten, die auf dem Android-Gerät im Ordner "/data" abgelegt wurden. Eben dort landen viele Programme, die Root-Apps für ihre Funktionen benötigen.

    Laut Chainfire gibt es zwar Möglichkeiten, diese Beschränkung zu umgehen, eine einheitliche Lösung fehlt aber. Jede App müsste deshalb individuell angepasst werden, was einigen Entwicklern gerade im Fall von kostenlosen Anwendungen ein zu großer Aufwand sein könnte. Dadurch würden die Änderungen am Rechtesystem zum App-Sterben führen. Die zusätzliche Sicherheit kommt damit einer Einschränkung der Nutzerfreiheit gleich.

    Warum Smartphones oder Tablets rooten?

    Die Gründe, warum Android-Nutzer ihre Smartphones und Tablets rooten, sind vielfältig. Oftmals geht es beispielsweise darum, eine umfassende Sicherung des Geräts zu machen, was mit Root-Anwendungen wie "Titanium Backup" möglich ist. Die Anwendung speichert neben persönlichen Daten wie SMS und Kontakten auch Apps und deren Speicherstände ab. Wird das Gerät neu aufgesetzt, lassen sich so auch Daten wiederherstellen, die ansonsten unwiederbringlich verloren wären. Root-Rechte geben dem Nutzer darüber hinaus mehr Freiheiten bei der Gestaltung des Systems. Wer will, kann sogar eine völlig andere Android-Variante von Drittanbietern installieren. Prominent ist hier beispielsweise der CyanogenMod.

    Gleichzeitig erhält man vollständige Kontrolle über die auf dem Gerät laufende Software. So können vom Hersteller vorinstallierte Programme gelöscht werden, obwohl dies normalerweise nicht möglich ist. Ebenfalls praktisch ist, dass Apps mit entsprechender Software Zugriffsrechte entzogen werden können. Auf ungerooteten Geräten können die Rechte eingesehen, nicht aber eingeschränkt werden. Das Smartphone oder Tablet zu entsperren bringt allerdings auch Gefahren mit sich. So können Fehler beim Rooten das Gerät unbrauchbar machen. Außerdem erleichtert es Schadsoftware, die Kontrolle zu übernehmen, was Google nun zum Anlass für die neue Sicherheitsarchitektur genommen hat.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    24.01.2014
    Tags:
    Smartphones, Apps, Tablets, Google Android, Cyanogenmod, Malware, Rooting, Chainfire

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