BlackBerry: Verkaufsgespräche beendet - CEO Heins muss gehen

  • 04112013
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    © blackberry.com

    Ein neues Kapitel im Überlebenskampf von BlackBerry: Nachdem man im August mit der Suche nach einem möglichen Käufer begonnen hatte, erklärte der angeschlagene Smartphone-Hersteller diesen Prozess jetzt für beendet. Das Unternehmen bleibt vorerst eigenständig, erhält aber von verschiedenen Investoren frische Mittel, um weiter wirtschaften zu können.

    Der seit Anfang 2012 als CEO tätige Manager Thorsten Heins wird daran keinen Anteil mehr haben: Er muss seinen Posten räumen. Ein neuer CEO konnte bisher nicht gefunden werden, weshalb die Geschäfte vorübergehend von John Chen geführt werden sollen. Dieser war bis 2010 Vorstandsvorsitzender von Sybase, einem auf Geschäftskunden spezialisierten Softwarehersteller, der von SAP übernommen wurde. Unklar ist, ob sich Heins freiwillig für einen Rückzug entschieden hat oder aus dem Unternehmen gedrängt wurde, weil die unter ihm begonnen Neuausrichtung BlackBerrys bisher nicht die erhofften Erfolge gebracht hat.

    BlackBerry hofft auf 1,25 Milliarden Dollar frisches Kapital

    Die Gründe für das Ende der Verkaufsgespräche sind ebenfalls nur gerüchteweise bekannt. BlackBerry hatte unter anderem mit dem Versicherungsanbieter "Fairfax Financial" verhandelt, der 4,7 Milliarden Dollar für den Kauf geboten hatte und zuletzt Einblick in die Bücher des angeschlagenen Konzerns nehmen durfte. Angeblich soll dies nicht dazu beigetragen haben, den tatsächlichen Wert des Unternehmens einschätzen zu können, was letztlich für das Scheitern der Gespräche verantwortlich sein könnte. Gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg" bezeichnete ein Beteiligter den Bieterprozess gar als "bizarr".

    Gänzlich scheint man das Interesse dennoch nicht verloren zu haben. Um neue Geldmittel zu erhalten, will BlackBerry Wandelanleihen im Wert von einer Milliarde Dollar veräußern. Diese können von den Käufern nach sieben Jahren in normale Aktien umgewandelt werden und repräsentieren insgesamt einen 16-prozentigen Anteil am Unternehmen. Wichtigster Käufer ist dabei Fairfax Financial, die mit 250 Millionen Dollar einsteigen werden. Weitere Mittel will BlackBerry nach Abschluss der Transaktion durch eine zweite Verkaufsrunde einspielen. Dann sollen allerdings nur wandelbare Anleihen im Wert von gesamt 250 Millionen Dollar zum Verkauf gestellt werden.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    04.11.2013
    Tags:
    Blackberry, Thorsten Heins, Verkauf, Fairfax Financial, Wandelanleihen, John Chen

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