Studie: Smartphone-Nutzung am Steuer gefährlicher als Alkohol

  • 13052013
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    Nur die wenigsten Jugendlichen setzen sich betrunken hinter das Steuer, da man sich der gefährlichen Wirkung von Alkohol mittlerweile sehr bewusst ist. Eine SMS, eine Nachricht bei WhatsApp oder bei Facebook ist aber schnell getippt - auch dann, wenn man sich eigentlich auf den Straßenverkehr konzentrieren müsste.

    Eine echte Gefahr sehen darin nur die Wenigsten. Eine neue US-Studie zeigt, dass dies eine fatale Fehleinschätzung sein kann.

    Weniger Tote und Verletzte durch Alkohol

    Eine 2011 und 2012 von Wissenschaftlern des Cohen Children’s Medical Center in New York durchgeführte Untersuchung von Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Jugendlichen zeichnet ein ernüchterndes Bild: Pro Jahr kamen demnach 300.000 junge Fahrer zu Schaden, weil sie das Smartphone auch hinter dem Steuer nicht aus der Hand legen wollten. In den USA ist dies in einigen Bundesstaaten rein rechtlich kein Problem, da dort die Nutzung von Mobilfunkgeräten beim Fahren anders als etwa in Deutschland nicht untersagt wird. Tatsächlich kostete die daraus resultierende Unachtsamkeit aber 3.000 Jugendliche das Leben.

    Diese Zahlen verglich das Cohen Children's Medical Center mit der Zahl der Unfallopfer, die durch Alkoholeinfluss zu Schaden kamen, und erhielt ein überraschendes Ergebnis: Im gleichen Zeitraum gab es alkoholbedingt mit 282.000 Verletzten und 2.700 Toten deutlich weniger Geschädigte. Für den Leiter der Studie, Dr. Andrew Adesman, ist dies allerdings keine echte Überraschung: "Die Realität ist, dass Jugendliche nicht an jedem Tag der Woche Alkohol trinken, ihr Smartphone aber ständig bei sich tragen und zum Texten nutzen. Es ist also klar, was häufiger schief laufen kann", kommentierte er das Ergebnis.

    Hälfte der US-Teenager textet während der Fahrt

    Rückendeckung bekommt der Forscher auch durch Umfrageergebnisse, die zeigen, dass die Smartphone-Nutzung hinter dem Steuer tatsächlich ein sehr weit verbreitetes Problem ist. Von 9.000 befragten Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren bestätigte beinahe die Hälfte, regelmäßig während der Fahrt zu texten. Zum Vergleich: Nur etwa jeder Zehnte gab an, schon einmal unter Alkoholeinfluss gefahren zu sein.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    13.05.2013
    Tags:
    SMS, Smartphone, Facebook, Studie, WhatsApp, Unfall, Alkohol, Unfallursache

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