Nokia gibt endgültigen Abschied von Symbian bekannt

  • 24012013
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    © nokia.com

    Nach gut 15 Jahren zieht Nokia den Stecker und gibt offiziell das Ende der Symbian-Ära bekannt. Das im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachte 808 PureView soll das letzte Gerät der Finnen bleiben, das unter dem von Nokia mitentwickelten und verwendeten System läuft.

    Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend, schließlich hatte man 2012 darauf verzichtet, weitere Symbian-Smartphones auf den Markt zu bringen. Aus der Erklärung klingt heraus, dass auch das 808 PureView nicht mehr auf den Markt gebracht wurde, um die verbliebenen Symbian-Fans zufriedenzustellen, sondern um Nokia im Gespräch zu halten. Demnach sollte das 808 PureView das Fotografie-Knowhow der Finnen unter Beweis stellen. Das Smartphone wurde 2012 auf dem Mobile World Congress vorgestellt und erzeugte mit seiner spektakulären 41-Megapixel-Kamera Aufmerksamkeit. Für zahlreiche Journalisten galt das Gerät sogar als beste Neuvorstellung der Messe.

    Ausstieg wichtiger Partner schon 2010

    Eine wichtige Rolle spielte das 808 PureView wie Symbian in Nokias Plänen allerdings nicht mehr. Das System wurde schon 2011 auf das Abstellgleis geschoben, als Nokia bekannt gab, sich künftig auf Windows Phone konzentrieren zu wollen. Knapp drei Jahre zuvor hatte man das für die Entwicklung zuständige Joint Venture Symbian LTD vollständig übernommen und die Überarbeitung der Plattform angekündigt. Nokia hoffte so, sich gegen die aufstrebenden Konkurrenten Google und Apple behaupten zu können. Dass dieses Vorhaben scheitern würde, zeichnete sich 2010 ab, als Sony Ericsson und Samsung - jahrelang ebenfalls Symbian-Partner - ankündigten, das System nicht mehr verwenden zu wollen.

    Nokia wieder in der Gewinnzone

    Nokias Kehrtwende rief zahlreiche Kritiker auf den Plan, die in der Hinwendung zu Windows Phone 7 die möglicherweise größte Gefahr für Nokias Zukunft sahen. Gerüchte machten die Runde, man bereite das Traditionsunternehmen auf die Übernahme durch Microsoft vor. Tatsächlich rutschte der Konzern danach immer tiefer in die roten Zahlen, scheint sich nun aber doch gefangen zu haben.

    Das Geschäftsergebnis des vierten Quartals 2012 fällt erstmals seit Bekanntgabe der engen Partnerschaft mit dem Redmonder Softwareriesen positiv aus. Nokia gab an, bei einem Umsatz von 8,04 Milliarden Euro einen Gewinn von 202 Millionen Euro erwirtschaftet zu haben. Im Vorjahresquartal hatte unter dem Strich noch ein Minus von 1,07 Milliarden Euro gestanden.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    24.01.2013
    Tags:
    Smartphone, Microsoft, Nokia, Symbian, Windows Phone, Quartalszahlen, Nokia 808 PureView

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