Joyn: Netzbetreiber wollen ab Sommer SMS-Alternative anbieten

  • 22032012
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    © pcwelt.de

    Die SMS gilt dank auf Smartphones verfügbaren Instant Messengern wie WhatsApp als Auslaufmodell. Das haben mittlerweile auch die Netzbetreiber erkannt und wollen den beliebten Chatprogrammen eine eigene Lösung entgegensetzen. Diese wird international als Joyn oder RCS-e bezeichnet und ist in Deutschland bislang weitestgehend unbekannt. Spätestens ab Sommer soll sich das ändern.

    Mit der Telekom, Vodafone und o2 haben zumindest drei der großen deutschen Mobilfunkanbieter angekündigt, das neue System einführen zu wollen. E-Plus verhält sich vorerst abwartend, schließt aber nicht aus, später ebenfalls umzusteigen. Den Anfang wird laut einer aktuellen dpa-Meldung Vodafone machen. Der Düsseldorfer Netzbetreiber will Joyn bereits ab Mai auf den ersten Geräten einführen. Die Telekom plant, "gegen Sommer" nachzuziehen.

    Vielseitiger als Kurznachrichten

    Die Vorteile der neuen Technik liegen klar auf der Hand. Die Rich Communication Suite-enhanced, so die Langform von RCS-e, hat mit der herkömmlichen SMS nur noch sehr wenig zu tun. So ist die Zeichenzahl der Nachrichten nicht begrenzt und das System in der Lage, andere Inhalte als Text zu verarbeiten. Über RCS-e soll es so beispielsweise möglich sein, Bilder und Sprachnachrichten zu versenden oder Videotelefonate zu führen. Das ist zwar derzeit schon mit Instant Messengern wie Skype möglich, im Unterschied zu den Zusatzprogrammen wird Joyn von den Netzbetreibern tief in die Software des Smartphones integriert.

    Die Nutzung bleibt damit ebenso komfortabel wie bei der herkömmlichen SMS. Der Datenversand wird bei RCS-e über die Internetverbindung des Handys realisiert. Eine Internetflatrate oder zumindest Inklusiv-Volumen werden damit zur zwingenden Voraussetzung, will man den Dienst regelmäßig nutzen. Zusatzkosten sollen dann aber zumindest bei Flatrate-Kunden nicht mehr anfallen.

    SMS-Tod noch nicht in Sicht

    Bevor Joyn die SMS vollständig ersetzt, dürften trotz der baldigen Einführung noch Jahre vergehen. Zwar lassen sich aktuelle Smartphones problemlos mit der notwendigen Software ausstatten - das erste RCS-e-fähige Modell von Vodafone soll das Samsung Galaxy S2 sein - noch ist der Dienst aber nicht mit der herkömmlichen SMS kompatibel. Um nicht den Teil der Kunden von der Kommunikation per Kurznachricht auszuschließen, die noch nicht aufrüstbare Feature Phones verwenden, werden die Netzbetreiber deshalb vorerst beide Dienste anbieten müssen.


    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    22.03.2012
    Tags:
    Mobiles internet, SMS, Smartphones, Instant Messenger, WhatsApp, RCS-e

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