Miese Arbeitsbedingungen: Scharfe Kritik an Samsung und Apple

  • 31012012
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    © apfelpage.de

    Mit der Verleihung des Public Eye-Awards ist Samsung eine zweifelhafte Ehre zuteilgeworden. Wegen der Arbeitsbedingungen in seinen Fabriken wurde das Unternehmen in einer Online-Abstimmung unter den "schlimmsten Unternehmen" weltweit auf Platz 3 gewählt.

    Damit ergeht es dem Elektronikkonzern ähnlich wie dem Erzrivalen Apple, der in den letzten Wochen ebenfalls immer wieder in der Kritik stand.

     

    Hochgiftige Stoffe gefährden Mitarbeiter

    Bei der Abstimmung, an der sich circa 88.000 Internetnutzer beteiligten, entfielen 19.014 Stimmen auf Samsung. Die Koreaner lagen so nur knapp hinter dem Bergbauunternehmen Vale (25.042 Stimmen) und dem Fukushima-Betreiber Tepco, der von 24.245 Teilnehmern auf Platz 2 gewählt wurde. Samsung wird vorgeworfen, bei der Produktion seiner Elektronikprodukte die Gesundheit von Arbeitern bewusst zu gefährden und sogar deren Tod in Kauf zu nehmen.

    Laut den Initiatoren des Negativpreises setzt Samsung in der Herstellung hochgiftige Chemikalien ein, ohne die Angestellten über die Gefahr zu informieren. Dadurch seien bereits 50 Mitarbeiter gestorben und circa 140 ernstlich erkrankt. Samsung selbst bestreitet dies, wurde aber mittlerweile dazu verurteilt, zwei an Leukämie erkrankte Mitarbeiter zu entschädigen. Ein südkoreanisches Gericht sah es als erwiesen an, dass die Krankheit mit der Arbeit mit krebserregenden Stoffen in Zusammenhang steht, obwohl die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte nicht überschritten worden waren.

    Die Organisation "Supporters for the Health and Right of People in Semiconductor Industry" fordert deshalb schon seit Längerem, dass Samsung von der Verwendung von krebserregenden Stoffen in der Produktion absieht.

    Apple ebenfalls unter Beschuss

    Apple findet sich überraschenderweise nicht unter den diesjährigen Nominierungen. Wie Samsung war der iPhone-Hersteller in den letzten Monaten immer wieder wegen der Arbeitsbedingungen in den Fabriken seiner asiatischen Partner kritisiert worden. Die Vorwürfe reichen dabei von der Verletzung von Arbeitszeitregelungen über Sicherheitsverstöße bis zur Beschäftigung von Kinderarbeitern.

    In einem Mitte des Monats veröffentlichten Bericht bestätigte das Unternehmen Probleme bei den Zulieferern und versprach, stärker gegen Verstöße vorzugehen. Erst vergangene Woche erklärte CEO Tim Cook in einer internen E-Mail, dass Apple die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter in der Lieferkette sehr wichtig sei.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    31.01.2012
    Tags:
    Apple, Samsung, Tim Cook, Zulieferer, Arbeitsbedingungen, Public Eye Award

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