RIM-Aufsichtsrat stellt bisherige Führungsspitze infrage

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    Die wirtschaftliche Talfahrt des kanadischen Smartphone-Herstellers Research in Motion könnte bald Konsequenzen für die Führungsspitze des Konzerns nach sich ziehen. Einem unbestätigten Bericht der kanadischen Wirtschaftszeitung Financial Post entsprechend sollen die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden Mike Lazaridis und Jim Balsillie von ihrem Posten abgelöst werden. Als alleinige Nachfolgerin ist Barbara Stymiest im Gespräch.

    Bankerin soll Nachfolge antreten

    Stymiest bekleidete bereits Führungspositionen bei der Royal Bank of Canada und an der Torontoer Börse. Im Kontrollgremium von Research in Motion ist sie seit 2007 aktiv und soll nun für frischen Wind in dem angeschlagenen Konzern sorgen.

    Die Meldung über die bevorstehende Entmachtung der wenig erfolgreichen Doppelspitze sorgte für Euphorie bei den Anlegern. Der Wert der RIM-Aktie stieg nach dessen Veröffentlichung um sieben Prozent auf 15,51 Dollar. Vor einem Jahr waren die Papiere allerdings noch mehr als das Dreifache wert.

    Serie von Misserfolgen und Pannen

    Für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden vor allem Lazaridis und Balsillie verantwortlich gemacht. Als Vorsitzende des Aufsichtsrats und des Vorstands haben die beiden Manager ungewöhnlich großen Einfluss auf den Kurs des für seine BlackBerry-Smartphones bekannten Konzerns. Unter ihrer Führung verpasste das Unternehmen den Trend zum Touchscreen und musste in der Folge große Umsatzeinbußen verkraften.

    Im vergangenen Juni wurden im Zuge von Sparmaßnahmen 2.000 Mitarbeiter entlassen. Neue Geräte konnten an dem Abwärtstrend bislang nichts ändern. Das erste RIM-Tablet BlackBerry Playbook floppte und wird seit Kurzem für etwa die Hälfte des ursprünglichen Preises angeboten. Verzögerungen bei der Entwicklung des neuen Betriebssystems BlackBerry 10, Rechtsstreits und Ausfälle bei den BlackBerry-Diensten trugen ebenfalls zur schwierigen Situation des Konzerns bei. Eine vollständige Entmachtung von Lazaridis und Balsillie ist indes unwahrscheinlich. Beide halten insgesamt zwölf Prozent der RIM-Aktien und sind damit zweit- und drittgrößter Anteilseigner des Technologieunternehmens.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    04.01.2012
    Tags:
    Smartphones, Blackberry, RIM, Playbook, Barbara Stymiest

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