Microsoft und Nokia erwägen gemeinsame Übernahme von RIM
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21122011
Der kanadische IT-Konzern Research in Motion steckt seit längerem in der Krise - und hat in der Branche damit wohl Begehrlichkeiten geweckt. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" werden entsprechende Übernahmepläne jetzt konkreter: Microsoft und Nokia planen offenbar, RIM gemeinsam aufzukaufen. Auch Amazon erwägt offenbar eine Fusion mit dem BlackBerry-Hersteller - die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass der Konzern bereits im Sommer eine Investmentbank eingeschaltet hat, um eine Kaufoption zu prüfen.
Fusionspläne - Resultat bestehender Kooperationen?
Das "Wall Street Journal" beruft sich auf Insider-Informationen, nach denen sich Spitzen-Manager von RIM, Microsoft und Nokia häufiger getroffen hätten, um die Perspektiven ihrer bestehenden Kooperationen zu besprechen, woraus sich jetzt möglicherweise die Fusionspläne ergeben haben. Ob diese bereits zu konkreten Preisverhandlungen geführt haben ist bisher nicht bekannt.
Auch Amazon hat bisher kein formelles Kaufangebot abgegeben. Außerdem meldete das Blatt, dass RIM unter anderem den Smartphone-Herstellern HTC und Samsung Lizenzangebote für sein 2012 marktfähiges Betriebssystem BlackBerry 10 angeboten hat.
RIM - negative Prognosen auch für 2012
RIM hatte bisher stets betont, seine wirtschaftlichen Probleme aus eigener Kraft lösen zu wollen und Avancen potentieller Käufer abgelehnt. Allerdings verstärkt sich im Hintergrund nicht zuletzt der Druck der eigenen Aktionäre für eine schnelle Lösung. Ein Verkauf des angeschlagenen Unternehmens steht seitens der Investoren schon länger zur Debatte. Die Schieflage des Unternehmens wurde nicht zuletzt durch Management-Fehler ausgelöst.
Seine BlackBerry-Smartphones sowie das bisherige RIM-Betriebssystem können sich gegenüber Apples iPhone und der Android-Konkurrenz bereits seit längerem nicht mehr am Markt behaupten. Eine Besserung ist nicht in Sicht. Erst vor wenigen Tagen korrigierte RIM seine Absatzprognosen für das vierte Geschäftsquartal nach unten und meldete gleichzeitig, dass die ersten BlackBerry 10-Geräte nicht vor der zweiten Jahreshälfte 2012 erscheinen werden. Gleichzeitig schlägt der Flop des BlackBerry Playbook in den Unternehmensbilanzen mit Verlusten von mehreren hundert Millionen Dollar zu Buche.
Eine Übernahme RIM´s durch die Allianz Microsoft-Nokia oder auch durch Amazon würde auf dem Mobilgeräte-Markt nicht zu unterschätzende Veränderungen nach sich ziehen. Speziell Microsoft würde sich deutlich stärker als bisher als Player mit eigenem Hardware-Portfolio positionieren können. Derzeit steht für den Software-Riesen die Smartphone-Kooperation mit Nokia im Vordergrund - in welchem Umfang sich die ersten Nokia-Smartphones mit Windows Phone 7.5 an Bord am Markt behaupten können, ist bisher offen.
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