Samsung und Google stellen Galaxy Nexus sowie Android 4.0 vor

  • 19102011
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    © samsung.com

    Heute Morgen war es soweit: Um vier Uhr mitteleuropäischer Zeit stellten Samsung und Google in Hongkong das neue Smartphone-Flaggschiff der Koreaner vor. In IT-Kommentaren wurde es lange unter dem Namen "Nexus Prime" gehandelt - offiziell heißt das Gerät nun Galaxy Nexus und ist das erste Smartphone mit Google Android 4.0 ("Ice Cream Sandwich"). Samsung und Google hatten ihr Event "Mobile Unpacked" ursprünglich für den 11. Oktober im kalifornischen San Diego geplant, den Termin dann jedoch wegen des Todes von Steve Jobs verschoben.

    Die Präsentation auf der AsiaD Messe erfolgte nun in unerwartet kleinem Rahmen - geladen waren lediglich etwa 100 Journalisten. Alle anderen konnten das Ereignis per YouTube-Livestream verfolgen. Samsung CEO J. K Shin und Googles Android-Chef Andy Rubin betonten die sehr enge Zusammenarbeit ihrer Unternehmen bei der Entwicklung des Galaxy Nexus, aber auch von "Ice Cream Sandwich" - laut Andy Rubin arbeiteten die Entwicklerteams im selben Gebäude zusammen. Dass Samsung - und nicht Motorola Mobility - das Privileg hatte, mit dem Galaxy Nexus das erste Gerät mit Android 4.0 zu publizieren, dürfte auch ein Zeichen für die anderen Android-Partner setzen: Keine vordergründige Hardware-Konkurrenz, sondern Fortsetzung der Partnerschaften.

    Herausragend: Das 4,65 Zoll-Display

    Herausgekommen ist bei der Kooperation der beiden IT-Konzerne ein brandaktuelles High-End-Smartphone, das vieles mitbringt, was sich Branche und Fan-Gemeinde vom weiterhin erwarteten iPhone 5 erhofft hatten. Das wichtigste Merkmal des Galaxy Nexus ist sein Bildschirm - ein 4,65 Zoll-Super AMOLED-Display mit der Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln. Das Panel ist damit größer als die Touchscreens fast aller Smartphone-Konkurrenten. Seine Pixeldichte liegt mit 315 dpi mindestens gleichauf mit den Retina-Displays des iPhone 4 und des iPhone 4S.

    Ob Samsung dabei - wie beim Galaxy S2 - seine Super AMOLED Plus-Version mit optimierter Subpixel-Struktur verbaut hat, ist bisher nicht bekannt. Aufgrund der Panel-Größe ist das Galaxy Nexus zwar etwas höher und breiter als das Apple-Smartphone, jedoch sogar mit neun Millimetern Dicke etwas dünner als das Konkurrenz-Modell. Eine leichte Krümmung des Gehäuses des Galaxy Nexus - Googles "Curve Design" - und eine rutschfeste Gehäuseoberfläche sorgen für komfortable Nutzung.

    Leistungsstarke High-End-Technik

    Im Inneren des Galaxy Nexus arbeitet ein Dual-Core-Prozessor von Texas Instruments (OMAP 4460) mit 1,2 Gigahertz-Taktung und einem Gigabyte Arbeitsspeicher. Laut Googles internem Benchmarking soll er schneller als der A5-Prozessor im iPhone 4S sein. Als interner Speicher stehen je nach Modell 16 oder 32 Gigabyte zur Verfügung. Die Kamera auf der Rückseite des Gerätes liefert zwar nur 5-Megapixel-Bilder, ist jedoch für schnelle Fotoserien optimiert und bietet einen Panorama-Modus, der Sensor unterstützt hohe Bildqualität auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Videos werden in Full-HD (1080p) aufgenommen. Bilder und Videosequenzen können die Nutzer des Galaxy Nexus direkt auf ihrem Gerät bearbeiten.

    In Ländern, in denen bereits LTE-Netze verfügbar sind, erscheint das Galaxy Nexus mit einem 4G-Modem. Die Akku-Leistung - von Samsung mit 1.750 mAh angegeben - gilt bisher als die große Unbekannte, die ersten User-Berichte werden zeigen, wie lange der Akku des Gerätes im Alltag durchhält. Übrigens sind beim Galaxy Nexus keinerlei physische Buttons mehr an Bord - die Steuerung des Smartphones erfolgt dank Android 4.0 ausschließlich virtuell.

    "Ice Cream Sandwich" - so leistungsstark und komplex wie iOS 5

    Android 4.0 "Ice Cream Sandwich" bietet Funktionalitäten, die bisher als Alleinstellungsmerkmal von Apples iOS 5 galten. "Face Unlock" entsperrt das Smartphone per Gesichtserkennung, per NFC-Chip und "Android Beam" können Daten, Videos und Fotos an andere entsprechend ausgestattete Geräte übertragen werden. Kürzere Distanzen werden auch durch Wi-Fi überbrückt. Die komplett überarbeitete Benutzeroberfläche ermöglicht eine bessere Steuerung und App-Verwaltung, eine optimierte Bildschirmtastatur, neue Browser-Funktionalitäten und eine deutlich bessere und komplexere E-Mail-App.

    Die neue "People App" integriert alle sozialen Netzwerk-Features in einer App - natürlich inklusive Google+. In alle Text-Funktionen ist eine Rechtschreibprüfung integriert. Laut Google ist der Browser von Android 4.0 deutlich schneller als in früheren Versionen. In den Handel kommt das Galaxy Nexus in den USA, Europa und Asien ab November und bei verschiedenen Betreibern. Offizielle Preise haben Samsung und Google bisher noch nicht bekanntgegeben.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    19.10.2011
    Tags:
    Samsung, Google, LTE, Neue Smartphones, NFC-Chip, Ice Cream Sandwich, Android 4.0, Galaxy Nexus

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