Festnetz: Telekom-Kunden soll auf VoIP umstellen

  • 23092014
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    Die Deutsche Telekom macht bei der Umstellung des eigenen Telefonie-Angebotes auf VoIP Druck. Wie die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet, schreibt das Bonner Unternehmen derzeit Kunden an und fordert diese auf, ihren Vertrag auf einen IP-basierten Anschluss umzustellen. Andernfalls würde der bestehende Vertrag mit dem Ende der Laufzeit aufgelöst. Ein entsprechendes Schreiben liegt der Verbraucherzentrale vor.

    Dass die Telekom die Umstellung auf ein All-IP-basiertes Netz anstrebt, ist bereits seit längerem bekannt. Im Februar 2014 verkündete Niek Jan van Damme, Chef der Telekom Deutschland, dass man die Zahl der IP-Anschlüsse im Laufe des Jahres verdoppeln will. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen 2,1 Millionen derartiger Anschlüsse geschaltet. Die Umstellung aller Dienstleistungen soll laut van Damme bis 2018 abgeschlossen sein. Damit gibt man den Kunden sogar mehr Zeit umzusteigen, als ursprünglich geplant war. Anfang 2013 hatten die Bonner noch 2016 als Termin für die vollständige Umstellung ins Auge gefasst.

    IP-Anschlüsse bringen nicht nur Vorteile

    Der Umstieg vom Festnetz auf IP-basierte Anschlüsse soll den Kunden eine Reihe von Vorteilen bringen. So wirbt die Telekom mit einem schnelleren Netz, verkürzten Verbindungszeiten und der zügigeren Einführung von Produkten. Gleichzeitig sinken die Betriebskosten für das Unternehmen. Diese Argumentation will die Verbraucherzentrale Sachen jedoch nicht ohne Weiteres stehen lassen.

    In einer Stellungnahme heißt es, dass die Kunden auch mit kurzzeitigen Ausfällen des Telefonanschlusses rechnen müssen, wie man sie von der Internetverbindung kennt, da IP-Telefonate über die gleiche Technik abgewickelt werden. Mit diesem Nachteil müssten Kunden, die in Zukunft auf ein Festnetztelefon angewiesen sind, aber leben, da kurze Ausfallzeiten für die Telekom keine rechtlichen Probleme mit sich bringen würden.

    Umstellungsaufforderung ohne Druck

    Die Telekom erklärte auf Anfrage von Medienvertretern, dass reine Telefoniekunden von der Umstellung vorerst nicht betroffen sind. Die Aufforderung zur Wahl eines neuen Produkts würde derzeit nur an Kunden geschickt, deren Vertrag in nächster Zeit ausläuft. Außerdem werde in dem Schreiben erklärt, dass das Vertragsende nötig sei, da der von den Kunden gebuchte Anschluss in seiner alten Form nicht mehr angeboten werden könne. Gleichzeitig weist man daraufhin, dass vor allem Kunden mit alten Tarifen durch die Umstellung Geld sparen würden.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    23.09.2014
    Tags:
    DSL, Festnetz, Telekom, VoIP, Telefonie, Verbraucherzentrale

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