Bundesregierung geht gegen Kostenfalle Service-Hotlines vor

  • 29082012
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    © Yuri Arcurs - Fotolia.com

    Warteschleifen sind ein Ärgernis, bei kostenpflichtigen Rufnummern hingegen sind sie ein regelrechter Graus. Ab dem 1. September will die Bundesregierung teuren Hotlines einen Teil ihres Schreckens nehmen und hat deshalb eine Novellierung des Telekommunikationsgesetzes auf den Weg gebracht.

    Diese schreibt vor, dass Wartezeiten in Service-Hotlines künftig in vielen Fällen nicht mehr berechnet werden dürfen, egal, ob aus dem Fest- oder einem Mobilfunknetz angerufen wird. Konkret besagt das neue Gesetz, dass Anrufer in den ersten zwei Minuten ihres Anrufes nicht mehr abkassiert werden dürfen, wenn sie in dieser Zeit auf Vermittlung warten. Und auch nach dieser Frist können die Hotline-Betreiber keine Gebühren erheben, sondern müssen die Verbindung automatisch trennen. Der Kunde muss die Nummer dann zwar gegebenenfalls neu wählen, genießt aber einen besseren Kostenschutz.

    Übergangsfrist bis zum 1. Juni 2013

    Ein derartiges Verfahren hatten die Anbieter bisher unter Hinweis auf technische Schwierigkeiten abgelehnt, müssen ihre Telefonanlagen nun aber entsprechend nachrüsten. Einziger Nachteil für den Verbraucher: Für die Umrüstung hat die Bundesregierung eine Frist bis zum 1. Juni 2013 eingeräumt. Eine Garantie, dass ab September alle Warteschleifen gebührenfrei sind, gibt es deshalb nicht.

    Dafür müssen die Anbieter ihre Kunden ab Juni kommenden Jahres mit Informationen über die voraussichtliche Dauer der Wartezeit und eine mögliche Abrechnung zum Festpreis versorgen. Wird diese Regelung nicht eingehalten, bleibt der Hotline-Betreiber auf seinen Kosten sitzen.

    Nicht jede Hotline betroffen

    Eine Regelung ohne Ausnahmen gibt es selten und auch hier ist das nicht der Fall. Die Bundesregierung hat unter anderem festgelegt, dass die Entgeltfreiheit dann nicht gilt, wenn für den Anruf ein Festpreis festgelegt wurde, da die Gebühren in diesem Fall nicht von der Wartezeit abhängig sind.

    Außerdem muss auch in Zukunft für jede Minute in der Hotline gezahlt werden, wenn diese zum Ortstarif abgerechnet wird. Anrufe bei Hotlines wie der im vergangenen Jahr eingerichteten Behördenrufnummer 115 bleiben dementsprechend in vollem Umfang kostenpflichtig.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    29.08.2012
    Tags:
    Telekommunikationsgesetz, Verbraucherschutz, Hotline, Warteschleifen, Kostenschutz, Übergangsfrist

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