Nokia-Siemens Networks verkauft Breitband-Festnetz-Sparte

  • 13122011
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    © handelsblatt.com

    Das finnisch-deutsche Joint Venture Nokia-Siemens Networks (NSN) meldete gestern den Verkauf eines weiteren Geschäftsbereiches. Das Geschäft mit der Installation und Wartung von Breitband-Zugängen im Festnetz (Broadband Access Business) geht demnach an das US-amerikanische Unternehmen Adtran. Zum Kaufpreis machten beide Seiten bisher keine Angaben. Die Transaktion soll voraussichtlich im März 2012 abgeschlossen sein.

    Die Breitband-Sparte umfasst neben Technologien auch einen festen Kundenstamm sowie mehrere Patente. Im Zuge des Verkaufs sollen 400 Mitarbeiter aus den Bereichen Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Professional Services zur Adtran nach Alabama wechseln.

    Globale Rationalisierungs-Runde

    Die Transaktion ist Bestandteil eines globalen Verschlankungsprozesses des Gemeinschaftsunternehmens, dem von weltweit 74.000 Arbeitsplätzen insgesamt 17.000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Zur Disposition stehen dabei insbesondere die Geschäftsbereiche Festnetz, Schmalband sowie Ethernet-Fernverbindungen. Rajeef Suri, der Chef von NSN, hatte die Radikalkur bereits im November angekündigt und zeitgleich mitgeteilt, dass sich NSN künftig vor allem auf die Märkte USA, Japan und Korea konzentrieren werde, die für den kommerziellen Erfolg des Joint Ventures entscheidend wären.

    Unmittelbar nach der Veröffentlichung der neuen Strategie hatte sich das Unternehmen Ende November zunächst von seiner Wimax-Sparte getrennt, die an das ebenfalls US-amerikanische Unternehmen NewNet Communication Technologies ging. Zu den Ländern, in denen NSN künftig seine Rationalisierungspläne umsetzt, hält sich das Joint Venture vorerst bedeckt - in Deutschland rechnet die IG Metall jedoch mit einem Gesamtverlust von mehreren tausend Arbeitsplätzen.

    NSN-Sparziel: Eine Milliarde Euro jährlich

    NSN existiert seit 2007 und bündelte bis jetzt die Netzwerk-Sparten von Nokia und Siemens, hat sich für diese allerdings als Milliarden-Grab erwiesen. Die gegenwärtige Rationalisierungsrunde ist bereits der dritte - und wohl letzte - Sanierungsversuch, der die jährlichen Kosten des Gemeinschaftunternehmens bis 2013 um eine Milliarde Euro senken soll.

    Ein Sprecher der IG Metall kritisierte jetzt, dass NSN mit Großkunden wie der Telekom und Vodafone in Deutschland sehr gut im Geschäft sei und mit dem Verkauf sein Produkt-Portfolio womöglich existenzentscheidend mindere - aus der Sicht von NSN dürfte der Standort Deutschland allerdings so gut wie aufgegeben sein.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    13.12.2011
    Tags:
    Vodafone, Festnetz, Telekom, Nokia Siemens Networks, Patente, Breitband

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