Drosselkom: Telekom will gedrosselte DSL-Tarife vorerst abschaffen

  • 02122013
    dsl-drosselung-schnecke.jpg
    © Heiko Barth -
    Fotolia.com

    Die geplante Drosselung von DSL-Tarifen durch die Telekom wird vorerst keine weiteren juristischen Auseinandersetzungen nach sich ziehen. Nachdem die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erfolgreich gegen die Drosselung von Flatrate-Tarifen geklagt hatte, will die Telekom nicht in Revision gehen. Stattdessen fügt man sich der Gerichtsentscheidung und streicht das Wort "Flatrate" künftig aus einem Teil der Tarife.

    Zuvor hatte das Gericht unter Berufung auf das Begriffsverständnis der Kunden untersagt, dass die Telekom als Flatrate vermarktete Tarife mit einer Geschwindigkeitsbremse versieht. Im DSL-Bereich erwarte der Kunde bei Flats keine Einschränkungen bei Volumen und Surfgeschwindigkeit, so das Gericht. In den letzten Jahren war dies in der Branche unüblich.

    Neue Tarife frühestens 2015

    Die Telekom hätte dieses Urteil mit ungewissen Erfolgschancen anfechten können, hat sich nun aber dagegen entschieden. Stattdessen will man das Tarifgefüge neu gestalten und dabei die Drosselung aus aktuellen Tarifen streichen. Wie das Unternehmen auf einer heutigen Pressekonferenz mitteilte, sollen entsprechende Klauseln spätestens bis zum 5. Dezember aus den Angeboten verschwunden sein.

    Obwohl es heißt, dass die Telekom mit diesem Schritt klein beigebe, ist damit noch nicht das Ende für die Pläne zur DSL-Drosselung gekommen. Die Bonner kündigten auch an, neue Tarife vorstellen zu wollen, die klar getrennt als Volumen- oder Pauschaltarife vermarktet werden sollen. Damit will sich das Unternehmen aber noch einige Zeit lassen und frühestens 2015 mit der Einführung neuer Tarife beginnen. Wie diese dann konkret aussehen werden, bleibt bis dahin offen.

    Streit schwelt seit April

    Die im Frühjahr dieses Jahres vorgestellten Pläne der Telekom sahen vor, Flatrates mit verschieden hohen Volumengrenzen einzuführen. Nach Erreichen dieser Grenze sollten diese auf 2 MBit/s gedrosselt werden, anfangs sogar auf nur 384 kBit/s. Diese Geschwindigkeit hätte die Nutzung vieler beliebter Internetanwendungen quasi unmöglich gemacht. Allerdings sorgte auch die Ankündigung, Partnerdienste von der Drosselung auszunehmen, für Unmut. Dies wurde als Verstoß gegen die Netzneutralität und damit als Schritt in Richtung Zwei-Klassen-Internet verstanden.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    02.12.2013
    Tags:
    DSL, Flatrate, Telekom, Drosselung, Neue Tarife, Netzneutralität, Urteil, Verbraucherzentrale, Volumentarife

Kommentare

DSL Check

Überprüfen Sie ob bei Ihnen DSL verfügbar ist.

Newsletter

Melden Sie sich jetzt an unserem Newsletter an und bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand

  • Anrede