VDSL-Vectoring ermöglicht in Tests bis zu 110 MBit/s

  • 16102013
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    © gui yong nian - Fotolia.com

    Rechtlich ist der Weg für den Einsatz von VDSL-Vectoring in Deutschland mittlerweile frei. Nun muss sich zeigen, welchen Nutzen die neue Technik im praktischen Einsatz bringt. Dieser Frage ist der Branchenverband Breitbandkommunikation (Breko) in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Mittelhessen in Labortests nachgegangen. Diese bescheinigen Vectoring gewisses Potenzial, zeigen aber gleichzeitig, dass es keine Alternative zum Glasfaserausbau sein kann.

    Geschwindigkeitszuwachs stark von der Entfernung zum Verzweiger abhängig

    Bei den Tests kamen gewöhnliche VDSL-Modems der Marke AVM zum Einsatz, die mit einer an das Vectoring angepassten Firmware ausgerüstet wurden. Dabei zeigte sich, dass die Entstörtechnik tatsächlich hohe Bandbreiten von bis zu 110 MBit/s erlaubt, die auch praxisnahen Situationen erreicht werden konnten. So machte es beispielsweise keinen Unterschied, ob parallel zum VDSL- noch ein normaler ADSL-Anschluss über das Kabel versorgt wurde, sodass dadurch verursachte Störungen im Alltag kein Problem darstellen sollten.

    Als limitierenden Faktor konnte man derweil den Abstand zum Kabelverzweiger ausmachen. Waren bei Kabellängen von bis zu 200 Metern noch Bandbreiten von bis zu 110 MBit/s möglich, sank die Zahl bei 300 Metern schon auf 100 MBit/s. Verlängerte man den Abstand auf 700 Meter, lag der Datendurchsatz nur noch bei etwa 60 MBit/s, sodass sich schließlich bei noch höheren Abständen zum Kabelverzweiger keine positiven Auswirkungen durch das VDSL-Vectoring ausmachen ließen. Der Branchenverband folgert deshalb, dass sich der Einsatz vor allem im städtischen Bereich lohnt, während die auf dem Land naturgemäß längeren Strecken auch weiterhin mit Glasfaserkabeln überbrückt werden müssten.

    Vectoring bleibt Notlösung

    Für die Netzbetreiber bleibt VDSL-Vectoring dadurch ein zweischneidiges Schwert. Zwar kann man in städtischen Gebieten künftig ohne größere Investitionen höhere Geschwindigkeiten anbieten - schließlich muss beim Vectoring lediglich das Übersprechen der Signale durch angrenzende Kupferkabel verhindert und keine neuen Leitungen verlegt werden - um die Netze flächendeckend zukunftssicher zu machen, kommt man um den Ausbau des Glasfasernetzes aber nicht herum.

    Michael Kollet  
    Autor:
    Michael Kollet
    Datum:
    16.10.2013

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