DSL: Auch Telekom-Tochter congstar führt Drosselung ein

  • 30092013
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    Die Telekom steht mit ihren Plänen, die DSL-Anschlüsse ihrer Kunden in Zukunft zu limitieren, nicht mehr alleine da. Trotz der umfangreichen Proteste von Netzaktivisten und der Aufforderung von Politikern, die Drosselung zu überdenken, scheint das Beispiel der Bonner Schule zu machen. Schließlich hat jetzt auch congstar angekündigt, DSL-Flatrates künftig mit Volumengrenzen zu versehen.

    Dies wurde von einem Firmensprecher offiziell bestätigt. "Wir planen die Einführung einer Datenobergrenze für Festnetzkunden", heißt es in einer Stellungnahme von congstar. In welcher Form und in welchem Zeitrahmen die Pläne umgesetzt werden sollen, lässt das Unternehmen vorerst offen.

    Insider gehen von vertraglicher Verankerung bis 2014 aus

    Die Ankündigung kommt nicht ganz überraschend, da es sich bei congstar um den hauseigenen Billig-Anbieter der Telekom handelt. Allerdings hatte Unternehmenschef Martin Knauer im Zuge der hitzigen Diskussion um die von der Telekom geplanten Einschränkungen noch Ende April erklärt, dass man keine Pläne zur die Drosselung von DSL oder V-DSL-Anschlüssen habe.

    Beim Mutterunternehmen scheint man bereits sehr gut über die Ideen der Tochter informiert zu sein. Dort geht man davon aus, dass die neuen Bedingungen bis spätestens 2014 Einzug in die Verträge von Neukunden gehalten haben. Mit der tatsächlichen Beschränkung der Verbindungsgeschwindigkeiten soll zwei Jahre später begonnen werden. Damit folgt man den Plänen der Telekom, die die Drosselung zwar schon Anfang Mai als Vertragsklausel festgeschrieben hat, aus technischen Gründen aber noch auf die Durchsetzung verzichtet. Diese Schonfrist soll 2016 enden.

    Vodafone angeblich ebenfalls interessiert

    Branchenbeobachter stellen sich die Frage, ob sich nun auch andere Anbieter zur Begrenzung des mit voller Geschwindigkeit surfbaren Datenvolumens entscheiden könnten. Als möglicher Kandidat gilt Vodafone, die gerade Kabel Deutschland übernommen haben. Der Kabelnetzbetreiber setzt schon jetzt auf die Drosselung bestimmter Dienste, wenn Kunden am Tag mehr als 10 GB verbrauchen. Ein Unternehmenskenner geht deshalb davon aus, dass die Drosselung auch auf direkt von Vodafone vertriebene Anschlüsse ausgeweitet wird. Der Telekommunikationsriese könne unmöglich bisherige DSL-Kunden unbegrenzt surfen lassen und neue Kabelkunden drosseln, so die Vermutung.

    Ralf Schmidl  
    Autor:
    Ralf Schmidl
    Datum:
    30.09.2013
    Tags:
    DSL, Kabel Deutschland, Vodafone, Kabel-DSL, Congstar, Telekom, Drosselung, DSL-Flatrate

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