Bundesregierung will flächendeckendes 50 MBit-Netz bis 2018

  • 13092012
    dsl-telekom.jpg
    © telekom.com

    Wenn es um den Aufbau eines flächendeckenden Breitbandnetzes geht, hat die Bundesregierung große Pläne. Auf dem Jahreskongress der Deutschen Breitbandinitiative erläuterte Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, die angestrebten Ziele. Nach Vorstellung des Bundes soll bis spätestens 2018 allen Bundesbürgern ein Breitbandanschluss mit Downloadraten von bis zu 50 MBit/s zur Verfügung stehen.

    Finanzierung bleibt Kernfrage

    Otto zeigte sich überzeugt, dass dieser Plan verwirklicht werden kann, wenn man die gesetzten Rahmenbedingungen voll ausschöpfe und sich die "Kräfte des Marktes weiter konzentrieren". Die anwesenden Wirtschaftsvertreter stimmten dem prinzipiell zu, machten aber klar, dass sich die Branche vor allem um die Finanzierung des Vorhabens sorgt. Es gäbe zwar mittlerweile eine ganze Reihe von Förderprogrammen, die Unternehmen müssen aber nach wie vor viel Geld in die Hand nehmen, so der Tenor.

    Schätzungen der Deutschen Telekom zufolge müssten rund 80 Milliarden Euro in den Ausbau der Breitbandnetze investiert werden. Nach Ansicht der Experten ist dabei der Aufbau eines leistungsfähigeren Glasfasernetzes unabdingbar. Auch wenn derzeit ein Technologiemix aus Funk, TV-Kabel und Festnetz bevorzugt wird, müssen zumindest die Anschlussstellen über Glasfaserkabel an das Netz angebunden werden, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

    Netzneutralität erneut infrage gestellt

    Bei der Konferenz wurden außerdem neue Finanzierungsmodelle diskutiert, bei denen auch die Netzneutralität, also die Gleichbehandlung aller Informationen im Internet, infrage gestellt wurde. Nach Ansicht einiger Branchenvertreter sind Dienste, die unterschiedliche Netzqualität zu unterschiedlichen Preisen anbieten, in Zukunft unausweichlich.

    Denkbar wäre beispielsweise, dass Nutzer von Video-on-Demand-Portalen eine zusätzliche Gebühr für die stärkere Auslastung der Verbindung zahlen. Diese Vorstellung trifft auch bei Vertretern des Bundes zumindest nicht grundsätzlich auf Ablehnung. Tim Brauckmüller vom Breitbandbüro des Wirtschaftsministeriums erklärte passend dazu, dass hohe Investitionen in die Netze nicht mit 9,99-Euro-Flatrates vereinbar seien. Von solchen Preisen müsse man sich in Zukunft verabschieden.

    Claudia Tourelle  
    Autor:
    Claudia Tourelle
    Datum:
    13.09.2012
    Tags:
    DSL, Festnetz, Glasfaser, Deutsche Telekom, Netzneutralität, Breitbandausbau

Kommentare

DSL Check

Überprüfen Sie ob bei Ihnen DSL verfügbar ist.

Newsletter

Melden Sie sich jetzt an unserem Newsletter an und bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand

  • Anrede