Glasfaserausbau: Schnelles Internet über den Wasseranschluss

  • 23032012
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    Während es um den Breitbandausbau in Deutschland generell recht gut bestellt ist, kommt die Erweiterung des Glasfasernetzes nur schleppend voran. Hauptgrund dafür sind die hohen Kosten, mit denen das Verlegen der Kabel verbunden ist. Eine neue Technik soll dieses Problem künftig aus der Welt schaffen.

    Sollte ein groß angelegtes Pilotprojekt bei Bonn erfolgreich sein, könnten Glasfaserkabel künftig über den Wasseranschluss in die Haushalte kommen. Das dafür entwickelte Verfahren würde 70 Prozent der Kosten einsparen.

    Doppelnutzung der Leerrohrnetze

    Umgesetzt wird das Projekt derzeit vom Zweckverband "Wasserversorgung Eifel-Ahr" und der SWB Regional GmbH Bonn. Die Partner wollen das rund 100 Kilometer lange Leerrohrnetz im Kreis Ahrweiler nutzen, um eine Reihe von neuen Glasfaseranschlüssen zu verlegen. Bislang werden die Rohre nur von Steuerungskabeln für Schieber und Sperren belegt und bieten ausreichend Platz für ein zusätzliches Glasfaserkabel. Vom Leerrohr aus soll das Kabel über eine Abzweigung in die Wasserleitung und anschließend in die Haushalte geführt werden.

    Im Gegensatz zur herkömmlichen Methode sind bei diesem Verfahren keine Tiefbauarbeiten mehr nötig. Das Kabel wird von der Straße aus ins Haus geschoben. Damit die Trinkwasserqualität dadurch nicht negativ beeinflusst wird, muss zuvor ein kleines Kunststoffrohr in die Wasserleitung gelegt werden, das als Führung für die Internetleitung dient. Dieses sogenannte Microductrohr wird über spezielle Formstücke druckdicht mit der Trinkwasserleitung verschweißt.

    Technik bereits erfolgreich getestet

    Völlig neu ist dieses Vorgehen nicht. Im in der Hocheifel gelegenen Adenau werden bereits seit 2011 im Rahmen eines Pilotprojekts zwei Haushalte erfolgreich über das Wassernetz mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgt. Der Test zeigt, dass auch weitere Ortsteile angeschlossen werden könnten. Der Wasserzweckverband erhofft sich davon einen doppelten Nutzen: Zum einen können bisher nur über kostenintensive Baumaßnahmen erschließbare ländliche Gebiete mit schnellem Internet versorgt werden, zum anderen will man über ein geringes Nutzungsentgelt den Wasserpreis stabil halten.

    Lasslo Franke  
    Autor:
    Lasslo Franke
    Datum:
    23.03.2012
    Tags:
    Netzausbau, Glasfasernetz, Breitbandinternet, Internet über Wasseranschluss

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