Telekom testet High-Speed-DSL im Kupferkabel
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27122011
Die Deutsche Telekom rüstet offenbar auch ihr kupferbasiertes DSL-Netz auf High-Speed-Qualität auf. Niek Jan van Damme, der Vorstandssprecher der Telekom Deutschland GmbH, schrieb in einem Artikel auf der Telekom-Unternehmensseite, dass die Gesellschaft für schnelle Datenverbindungen nicht nur auf den Ausbau von LTE bzw. UMTS und des vergleichsweise teuren Glasfaser-Netzes setzt, sondern auch Hochgeschwindigkeitslösungen per Kupferkabel mit Datenraten von bis zu 100 MBit/s testet.
Aus Sicht van Dammes wird der Datenstrom aus dem Internet vor allem durch moderne Multimedia-Anwendungen ständig größer. Die Verbraucher erwarten High-Speed-Internet sowohl für stationäres Surfen als auch als mobiles Angebot. Für die Telekom-Kunden spiele es dabei letztlich keine Rolle, auf welche Weise die hohe Datengeschwindigkeiten zustande kommen - entscheidend sei, dass sie einen Zugang zu schnellem Internet erhalten und möglichst wenig dafür zahlen müssen.
Telekom: Breitband-Strategie mit "intelligenter Mischung"
Der Manager betonte, dass die Telekom in ihrer Breitband-Strategie auf "eine intelligente Mischung" setzt: Mobilfunkausbau im LTE und UMTS-Netz, um preisgünstige Lösungen für möglichst viele Endverbraucher zu erreichen, die Bereitstellung von Glasfasernetzen in Gebieten mit tatsächlichem Bedarf - sofern mehr als 80 Prozent der Hauseigentümer dieser Anschlussvariante zustimmen und von mindestens zehn Prozent der Endkunden Vorbestellungen vorliegen - sowie die Investition in andere Technologien inklusive des Kupferkabel-Netzes. Van Dammes Fazit: Der Datenhunger der Verbraucher ist auf viele Arten zu stillen.
"DSL Phantom Mode" - superschnelles DSL durchs Kupferkabel
Die Referenz zu "anderen Technologien" gab jetzt Anlass zu einigen Spekulationen: Herkömmliches VDSL ermöglicht bisher lediglich Datengeschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s. Van Damme hat in seinem Text jedoch möglicherweise Bezug auf die neue DSL-Technologie "DSL Phantom Mode" genommen, die in DSL-Kupferkabel-Netzen theoretische Datenraten von bis zu 825 MBit/s unterstützt, jedoch Hardware-Anpassungen sowohl beim Netzbetreiber als auch beim Endkunden erfordert.
Wenn diese vorgenommen wurden, lassen sich derzeit über zwei Kupfer-Doppelkabel sowie eine zusätzliche virtuelle Leitung jeweils Bandbreiten von etwa 120 MBit/s erzielen - in der Summe ergibt dies Datenraten von etwa 320 MBit/s. Ältere kupferbasierte private DSL-Anschlüsse verfügen meist nur über ein Doppelkabel, in den letzten Jahren wurden jedoch zunehmend sogenannte "geschirmte Rundkabel" mit jeweils zwei doppeladrigen Kupferkabeln verbaut - die Basis für einen relativ weiträumigen Ansatz des neuen Verfahrens ist also gegeben.
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