Deutschland: Ausbau der Breitbandnetze lahmt
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08122011
© telekom.comDie Online-Ausgabe des Nachrichten-Magazins "Der Spiegel" bescheinigte Bundesregierung und Providern jetzt, bei der flächendeckenden Versorgung mit Breitband-Internet versagt zu haben. Experteneinschätzungen zufolge befinden sich tausende von Orten sich trotz aller Ankündigungen über einen raschen Netzausbau inklusive LTE nach wie vor im digitalen Niemandsland und sind oft sogar vom normalen Handy-Empfang abgeschnitten.
Die betroffenen Gebiete sind gleichzeitig für die meisten Branchen als Wirtschaftsstandort indiskutabel.
Erfolgsmeldungen durch Minimaldefinition
Die Angaben des Bundes über den Versorgungsgrad mit Breitband-Internet beruhen demnach auf sehr willkürlichen Definitionen - Bundeswirtschaftsministerium und Provider stellen darauf ab, dass bereits Datengeschwindigkeiten von einem Mbit/s die Kriterien eines Breitband-Anschlusses erfüllen. In der Realität ermöglicht diese Datenrate weder die Nutzung von Multimedia-Inhalten aus dem Netz noch den Durchsatz größerer Datenmengen.
Bereits Ende September hatten sich diverse Telekommunikations-Verbände mit einem Brandbrief an die Bundesregierung gewandt, um eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes zu verhindern. Diese sollte die Provider verpflichten, das Breitbandinternet endlich tatsächlich flächendeckend anzubieten und die Leistungsfähigkeit der Anschlüsse anhand der verfügbaren Bandbreite - also Datenraten von bis zu 50 Mbit/s - zu bewerten. Die Lobbyisten betonten in ihrem Schreiben, dass durch diese Definition 50 Prozent der Deutschen und viele Regionen als unterversorgt zu gelten hätten - und hebelten damit die Novelle aus.
Politik räumt einige Negativ-Punkte ein
Inzwischen räumen auch die politischen Entscheidungsträger ein, dass sie mit ihrer bisherigen Netzpolitik der Tendenz nach scheitern. Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Kapferer errechnete gestern öffentlich, dass auf Basis der Quote des ersten Halbjahres 2011 die Versorgung von 75 Prozent der Haushalte mit Highspeed-Internet bis 2014 nicht zu schaffen sei.
Unerwähnt blieb nach wie vor, dass viele Deutsche vermutlich schon mit fünf statt 50 Mbit/s zufrieden wären. Wirtschaftsminister Philipp Rösler plant unterdessen für Anfang 2012 einen weiteren "Breitband-Gipfel". Die Provider setzen unisono auf das Potential von LTE, halten sich allerdings zu Prognosen über die tatsächliche Leistungsfähigkeit des 4G-Netzes bedeckt.
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